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Zeckenbiss beim Hund

Zecken sind nicht nur lästig, sondern können auch gefährlich für deinen Hund werden. Mit steigenden Temperaturen und vermehrtem Aufenthalt im Freien wird das Risiko von Zeckenbissen immer höher. Doch keine Sorge – es gibt viele Möglichkeiten, um deinen Vierbeiner vor den fiesen Blutsaugern zu schützen. In diesem Blog erfährst du alles rund um das Thema Zecken-Alarm und wie du deinem Hund dabei helfen kannst, gesund durch den Sommer zu kommen. Von natürlichen Mitteln bis hin zur Impfung – hier findest du alle wichtigen Tipps und Tricks!

Hast du schon mal eine Zecke gesehen? Diese kleinen Parasiten lauern überall in Deutschland und sobald die Temperaturen über 7° Celsius steigen, ist es höchste Zeit, aufzupassen. 

Der gemeine Holzbock und die Auwaldzecke verstecken sich im Gras oder auf Büschen und sind bereit, jeden der unvorbereitetet vorbei schlendert zu beißen. Aber das ist noch nicht alles! Durch Reisen wurde eine weitere Zeckenart in Deutschland eingeschleppt – die braune Hundezecke aus dem Süden. Sie kann durch die gestiegen Temperaturen mittlerweile sogar in Deutschland überwintern!

Zecken lieben klimatische Bedingung von 20°C und hohe Luftfeuchtigkeit. Das bedeutet, dass sie in den heißen, trockenen Sommermonaten seltener am Hund zu finden ist. Aber was ist mit den anderen Monaten? Wenn du nicht vorsichtig bist, kann eine Zecke deinen Hund oder dich jederzeit beißen und gefährliche Krankheiten übertragen.

Zeckenbiss

Wie werden Hunde befallen?

Manche dieser Parasiten lassen sich auf vorbeistreifende Hunde fallen. Andere gehen regelrecht auf Jagd und kriechen durch das Gras auf der Suche nach einem Hundewirt. Zecken können chemische Reize wahrnehmen, wie:

  • Kohlendioxid-Gehalt in der Atemluft des Hundes
  • Ammoniak durch den Stoffwechsel des Hundes
  • Milch- und Buttersäure durch Bakterien auf der Haut und im Darm

Aber auch die Erschütterungen durch Bewegung des Hundes und die Wärmeabstrahlung des Hundekörpers nehmen sie wahr. Ist die Zecke erstmal auf einen Hund gefallen, sucht sie für den Zeckenbiss meist gut durchblutete Stellen an Kopf, Ohren und Bauch auf.

Was passiert meinem Hund bei einem Zeckenbiss?

Die Haut des Hundes wird zunächst mit ihren Mundwerkzeugen eingeritzt. Anschließend dringt die Zecke mit ihrem Stechrüssel durch die Haut. Die Widerhaken des Stechrüssels verankern sich und die Zecke saugt Blut und Lymphe. Zunächst gibt die Zecke betäubende Stoffe ab, damit der Biss nicht vom Hund bemerkt wird. Damit das Blut über einen längeren Zeitraum aufgesaugt werden kann, werden von der Zecke auch Stoffe abgegeben, die die schnelle Blutgerinnung beim Hund verhindern.
Mit Blutresten aus dem Darm der Parasiten können bei dem Zeckenbiss verschiedene Erreger auf den Hund übertragen werden.
Das Blutsaugen kann einige Wochen dauern (bei männlichen Zecken kürzer). Die Übertragung möglicher Krankheitserreger beginnt aber nicht sofort, sondern erst ca. drei Stunden nach einem Zeckenbiss.

Zecke

Daher ist es ratsam seinen Hund nach dem Spaziergang gründlich auf Zecken abzusuchen und diese möglichst rasch zu entfernen.

Welche Symptome treten bei einem Zeckenbiss beim Hund auf?

Die ersten Krankheitserscheinungen sind unspezifisch. Die Zecke löst durch ihren Biss Juckreiz aus. Die Bissstelle schwillt an. Wird die Zecke durch Kratzen entfernt, bleibt ihr Kopf in der Haut zurück. Die Wunde entzündet sich, ein Abszess kann entstehen.
Die spezifischen Symptome sind abhängig von dem übertragenen Krankheitserreger. Einige Hunde, die mit dem Erreger durch einen Zeckenbiss in Kontakt kommen, bilden Antikörper. Diese können bei Blutuntersuchungen nachgewiesen werden. Der Hund muss keine Krankheitserscheinungen zeigen. In Deutschland befinden sich bei ungefähr 20 % der Hunde Antikörper gegen Borrelien im Blut, obwohl die meisten Hunde nicht an Borreliose erkranken.

Welche Krankheiten können durch Zecken übertragen werden?

Für die nachfolgenden Erkrankungen besteht, anders als bei der FSME des Menschen keine behördliche Meldepflicht.

Bitte nicht in Panik verfallen. Längst nicht jede Zecke ist infiziert und kann die folgenden Krankheiten übertragen. Die „Durchseuchung“ der Zecken variiert je nach Region sehr stark.

1. Borreliose (5 – 50%)

Borrelien leben im Darm der Zecken. 24 Stunden nach dem Zeckenstich werden die Bakterien aktiviert. Sie dringen durch die Darmwand und wandern in die Speicheldrüsen der Zecke. Borrelien werden vor allem durch den gemeinen Holzbock (Ixodes rizinus) übertragen. Die typische, ringförmige Rötung ist meistens durch das Fell verdeckt. Der Hund ist müde, die Körpertemperatur ist erhöht. Nach einigen Wochen treten Entzündungen der Gelenke auf. Wechselnde Lahmheiten sind sichtbar, da immer wieder andere Gelenke betroffen sind. Die Muskeln schmerzen. Der Hund verweigert das Futter und magert ab. Borrelien können auch Herz und Nieren schädigen.
Die Infektion wird über einen C6-Antikörpertest nachgewiesen. Therapie: Der Hund erhält vier Wochen lang spezielle Antibiotika.
Eine Impfung schützt vor der Erkrankung, ist aber nach wie vor wegen ihrer starken Nebenwirkung sehr umstritten.

2. Anaplasmose (6 – 9%)

In Deutschland sind ungefähr 6 – 9 % der Zecken mit Anaplasmen infiziert. Die Bakterien dringen in die weißen Blutkörperchen ein und zerstören sie. Meistens verläuft die Krankheit mild oder Symptomlos. Der Hund ist müde und lahmt. Eine Behandlung erfolgt durch Antibiotika.

3. Ehrlichiose

Die Bakterien (Ehrlichia canis) werden von der braunen Hundezecke übertragen. Sie befallen die weißen Blutkörperchen und lösen akute und chronische Erkrankungen aus. Die Lymphknoten sind geschwollen, Fieber und Muskelzuckungen treten auf. Die Zahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen nimmt ab. Der Hund ist anfälliger für Infektionen. Eine Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

4. Babesiose (0,5%)

Die Babesien (Einzeller) zerstören die roten Blutkörperchen. Der Hund frisst nicht und hat hohes Fieber. Die Schleimhäute sind gelb verfärbt, der Harn ist dunkel. Die Milz vergrößert sich. Durch Organversagen tritt der Tod ein. Es gibt einen Impfstoff, der aber in Deutschland nicht zugelassen ist.

5. FSME (1 – 5%)

Das Virus ist in Deutschland nur gering verbreitet. Hunde erkranken selten an der Enzephalitis. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine Gehirnhautentzündung. Es können nur die Symptome behandelt werden, körperliche Beeinträchtigungen bleiben bestehen. Gegen FSME gibt es eine Impfmöglichkeit.

Infizierte Zecken sind vor allem in Bayern und Baden-Württemberg stark verbreitet. Das nördlichste Risikogebiet liegt in Niedersachsen.

Wie wird eine Zecke richtig entfernt?

Die Zecke wird mit Zeckenzangen oder mit einer Zeckenschlinge direkt an der Haut fixiert. Die Zecke nicht drücken oder quetschen. Durch eine leichte Drehbewegung, egal in welche Richtung wird der Parasit aus der Haut entfernt. Diese Vorgehensweise ist schnell und nahezu schmerzlos für den Hund.

Das Herausziehen der Zecke, welches immer wieder propagiert wird, stellt die Zecke gewissermaßen auf eine „Zerreißprobe“. Dies solltest du aber unbedingt vermeiden! Bei einer solchen Vorgehensweise kann man gut beobachten, wie sich die Haut des Hundes hebt. Die Mundwerkzeuge der Zecke sind nämlich mit Widerhaken ausgerüstet und tief in der Haut des Wirtes verankert. Diese Prozedur würde die Zecke extrem unter Stress und setzen und erhöht so die Gefahr der Übertragung gefährlicher Erreger.

Abschließend wird die Einstichstelle desinfiziert. Vor der Entsorgung wird die Zecke mit Alkohol abgetötet. Spülen Sie Zecken nicht im Waschbecken oder der Toilette hinunter, die Parasiten sind gute Taucher und überleben 30 Minuten unter Wasser.

Wirksamer Zeckenschutz

Keine der nachfolgend genannten Methoden bietet einen 100% Schutz gegen Zecken und mögliche Folgeerkrankungen. Es bleibt immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung des Hundehalters. Eine gute Immunabwehr des Hundes durch natürliche Ernährung und eine gesunde Darmflora sind wichtig und schon die halbe Miete im Kampf gegen Infektionen aller Art.

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Achtung! Chemische Zeckenmittel sind systemisch wirkende Insektizide. Giftstoffe (Akarizide und seine Handelsnamen), die Nervenschäden aller Art verursachen können. Sie werden als Spot-Ons, Tabletten und Halsbänder angeboten. Zecken werden nicht vom Hund ferngehalten, sondern müssen häufig zunächst beißen und Blut saugen damit, das aufgenommene Gift sie abtötet. Sie stehen im Verdacht schwere Nervenschäden beim Hund zu verursachen. Bitte immer den Beipackzettel sehr aufmerksam lesen. Nicht gleichzeitig mit Wurmkuren anwenden.

Siehe dazu auch diesen fb-Beitrag von TA Dr. Dirk Schrader

Das beste Werkzeug um Zecken zu entfernen stellen wir hier im Video vor.

Der beste Schutz: Zecken sollten so schnell wie möglich entfernt werden.  Je schneller eine Zecke beim Hund entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer möglichen Infektion. Bei einigen Erregern dauert es 16 bis 24 Std. bis sie auf den Hund übertragen werden.

Als natürlicher Zeckenschutz eignen sich unterschiedliche Möglichkeiten. Hier kann man nur ausprobieren was beim eignen Hund am besten wirkt.

  • Kokosöl (Spray) kann auf das Fell aufgetragen werden. An der „FU Berlin, Arbeitsgruppe für Angewandte Zoologie/Ökologie der Tiere“, konnte nachgewiesen werden, dass Zecken Kokosöl nicht mögen und fast 90% den „Wirt“ wieder verlassen. Die Laurinsäure im Kokosöl wirkt abstoßend auf Parasiten. Außerdem wirkt sie, genauso wie die enthaltene Caprinsäure, antibakteriell.
  • Schwarzkümmelöl. Der Wirkstoff Thymoquinon soll abschreckend auf Zecken wirken. Allerdings ist Vorsicht geboten bei bestehenden Leber-/ Nierenerkrankungen, Tieren, die regelmäßig Schmerzmittel erhalten, Trächtigen Hündinnen (kann zum Verlust der Welpen führen), bei Katzen im Haushalt, da giftig für Katzen. Innerlich nur als Kur, nicht zur ganzjährigen täglichen Dauergabe geeignet, Gefahr von Leberschäden beim Hund!
  • Bierhefe. Als Wirkstoff gegen Zecken werden die enthaltenen B-Vitamine angeführt (B1, B2, B5, B6, B12). Sie sollen den Geruch des Hundes verändern und ihn somit für Zecken unattraktiv machen.
Zeckenmittel natürlich
Floh- und Zeckenschutzspray, natürlich. Bestehend aus Kokosöl und weiteren abwehrenden natürlichen ätherische Öle.
  • EMEffektive Mikroorganismen sind eine Mischung aufbauender Mikroorganismen (Photosynthesebakterien, Milchsäurebakterien, fermentaktive Pilze, Hefen), die in nahezu allen Bereichen des Lebens positiv wirken und sehr vielfältig angewendet werden können. Sie beeinflussen das Hautmilieu des Hundes positiv und neutralisieren Gerüche. Sie verändern somit ebenfalls den typischen Geruch, der auf Zecken anziehend wirkt. Man erhält auch Schmuckhalsbänder mit sogenannten EM-Pipes zur Zeckenabwehr bei Hunden.
  • Ätherische Öle sind flüchtige Substanzen, d.h. sie verdunsten recht schnell und müssen häufiger angewendet werden. Also, vor jedem Wald- und Wiesenspaziergang. Bei der Anwendung ist zu beachten, dass diese nicht in die Augen kommen dürfen, da sie reizend auf die Bindehaut wirken. Besser immer verdünnt anwenden, bzw. auf geeignete Fertigmischungen zurückgreifen. Beispielsweise: Schwarzapfel Zeckenöl mit Lavendel oder Floh- und Zeckenschutzspray verhindern, dass sich Zecken an der Haut festsetzen. Ein sehr vielversprechender Wirkstoff, gegen Zecken, ist Geraniol. Das ätherische Öl ist häufiger Bestandteil vieler Pflanzen und Kräuter. Hohe Konzentrationen von Geraniol finden sich u. a. in folgenden Kräutern bzw. Pflanzen: Rose, Currykraut, Koriander, Lavendel, Lorbeer, Thymian, Zitronenmelisse.
  • Zistrose (Cistus icanus) – eine Heilpflanze der Immunstärkende und Zeckenabwehrende Wirkung bescheinigt wird. Allerdings sollte sie nicht ganzjährig regelmäßig gegeben werden. Durch ihren hohen Gerbstoffgehalt kann sie langfristig die Verdauung beeinträchtigen. Auch sollte man einen zeitlichen Abstand zur Einnahme von Medikamenten einhalten, da deren Wirkung möglicherweise durch  Zistrose beeinflusst wird.

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