Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026
Die Diagnose Leishmaniose beim Hund erschreckt viele Hundehalter zunächst.
Und ja: Leishmaniose ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit. Aber eine positive Diagnose bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund schwer erkranken muss oder keine gute Lebensqualität mehr haben kann.
Viele infizierte Hunde können bei passender medizinischer Behandlung, regelmäßigen Kontrollen und einer auf ihre Situation abgestimmten Ernährung lange stabil leben.
Entscheidend ist, die Erkrankung richtig einzuordnen und nicht nur auf einen einzelnen Laborwert zu schauen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Leishmaniose beim Hund?
Die Leishmaniose wird in Europa überwiegend durch den einzelligen Parasiten Leishmania infantum verursacht.
Übertragen wird er vor allem durch den Stich infizierter Sandmücken.
Leishmaniose gehört damit zu den sogenannten vektorübertragenen Erkrankungen. Ein Vektor ist ein Überträger – in diesem Fall die Sandmücke.
Auch Menschen können an Leishmaniose erkranken. Die Erkrankung gehört deshalb zu den Zoonosen, also Erkrankungen, die grundsätzlich Tiere und Menschen betreffen können.
Der typische natürliche Übertragungsweg vom Hund auf den Menschen ist aber nicht das Streicheln, Kuscheln oder Zusammenleben, sondern ebenfalls die Übertragung über Sandmücken.
Wie steckt sich ein Hund an?
Eine Sandmücke nimmt bei ihrer Blutmahlzeit Leishmanien von einem infizierten Tier auf.
Entwickeln sich die Parasiten in der Mücke weiter und sticht diese anschließend einen anderen Hund, können die Erreger übertragen werden.
Im Hund leben die Leishmanien insbesondere in bestimmten Zellen des Immunsystems und können sich auf verschiedene Organe und Gewebe ausbreiten.
Neben der Übertragung durch Sandmücken sind auch andere Übertragungswege beschrieben, zum Beispiel:
- Bluttransfusionen
- Übertragung von der Mutter auf die Welpen
- möglicherweise Übertragung im Zusammenhang mit der Fortpflanzung
Infizierte Hunde sollten deshalb nicht zur Blutspende oder Zucht eingesetzt werden.
Können normale Mücken in Deutschland Leishmaniose übertragen?
Gewöhnliche Stechmücken gelten nicht als natürliche Überträger von Leishmania infantum.
Entscheidend sind bestimmte Sandmücken der Gattung Phlebotomus.
Sandmücken sind deutlich kleiner als viele typische Stechmücken und biologisch eine eigene Gruppe.
Auch in Deutschland wurden inzwischen einzelne Sandmückenarten nachgewiesen. Die für Leishmaniose besonders relevanten Vektoren kommen jedoch weiterhin vor allem in südlicheren, wärmeren Regionen Europas vor. Das hauptsächliche Risiko für in Deutschland lebende Hunde besteht deshalb weiterhin bei Reisen in Endemiegebiete. ECDC
Theoretisch kann eine geeignete Sandmücke Leishmanien von einem infizierten Hund aufnehmen und später weiterübertragen.
Deshalb ist es auch bei bereits infizierten Hunden sinnvoll, sie in Gebieten mit Sandmücken konsequent vor Stichen zu schützen.
Wo ist das Risiko besonders hoch?
Das deutlich höhere Risiko liegt in Europa weiterhin im Mittelmeerraum und in anderen südlichen Regionen.
Besonders relevant sind unter anderem:
- Spanien
- Portugal
- Südfrankreich
- Italien
- Griechenland
- Kroatien
- weitere Balkanregionen
- Zypern
- Malta
Auch Teile Nordafrikas und des Nahen Ostens gehören zu den klassischen Risikogebieten. Dabei gibt es innerhalb eines Landes große Unterschiede.
Ein Aufenthalt in Nordfrankreich ist beispielsweise nicht mit einem Sommerurlaub an der Côte d’Azur gleichzusetzen.
Wann ist die Gefahr am höchsten?
Sandmücken sind stark von Temperatur und Klima abhängig.
In Europa reicht ihre Aktivitätszeit je nach Region ungefähr von April bis November. In sehr warmen Regionen kann die Saison länger dauern. Besonders aktiv sind sie in den warmen Monaten. ESCCAP DEUTSCHLAND
Sandmücken sind vor allem aktiv:
- ab der Dämmerung
- nachts
- bis in die frühen Morgenstunden
Sie mögen warme, windstille und geschützte Bereiche.
Dazu können gehören:
- Mauerspalten
- Tierställe
- dichter Bewuchs
- schattige und feuchte Bereiche
- geschützte Terrassen oder Innenhöfe
Auch tagsüber können Sandmücken in dunklen oder stark beschatteten Bereichen aktiv sein. ECDC
Für Hundehalter heißt das praktisch:
⚠️ Das höchste Risiko besteht typischerweise bei Aufenthalten im Mittelmeerraum vom späten Frühjahr bis in den Herbst – besonders abends und nachts.
Was bedeutet Schutz vor Sandmücken konkret?
Wenn dein Hund in ein Risikogebiet reist, sollte der repellierende Schutz bereits wirken, bevor ihr dort ankommt.
„Repellierend“ bedeutet: Die Sandmücke soll möglichst schon davon abgehalten werden, den Hund überhaupt zu stechen.
LeishVet empfiehlt bei Reisen in Endemiegebiete:
- Spot-on-Präparate mit geeigneter Wirkung mindestens 2 Tage vor Exposition
- repellierende Halsbänder mindestens 1–2 Wochen vor Exposition
anzuwenden. Die genaue Vorlaufzeit hängt vom jeweiligen Produkt ab. Leishvet
ESCCAP Deutschland nennt ebenfalls als Orientierung:
- Spot-on: mindestens etwa 24 Stunden vorher
- Halsband: mindestens etwa eine Woche vorher
Die jeweilige Produktinformation ist aber entscheidend. ESCCAP DEUTSCHLAND
⚠️ Deshalb: Nicht erst am Urlaubsort anlegen oder auftragen.
Der Schutz sollte während des gesamten Aufenthalts im Risikogebiet aufrechterhalten werden.
Zusätzlich sinnvoll:
- Hund ab der Abenddämmerung möglichst drinnen halten
- Schlafplatz nicht direkt in stark bewachsenen, windstillen Bereichen wählen
- Fenster und Türen mit feinmaschigen Insektenschutzgittern sichern
- repellierenden Schutz während der gesamten Sandmückensaison konsequent fortführen
Infiziert bedeutet nicht automatisch krank
Ein Hund kann mit Leishmanien infiziert sein, ohne klinisch an Leishmaniose erkrankt zu sein.
Manche Hunde bleiben lange symptomfrei. Andere entwickeln Monate oder sogar Jahre nach der Infektion Beschwerden.
Für die Beurteilung reicht deshalb ein positiver Antikörpertest allein nicht aus.
Wichtig sind unter anderem:
- Symptome
- Höhe der Antikörper
- Blutwerte
- Urinwerte
- mögliche Organveränderungen
- insbesondere die Nierenfunktion
Welche Symptome können auftreten?
Leishmaniose kann sehr unterschiedlich aussehen.
Mögliche Symptome sind:
- Gewichtsverlust
- Müdigkeit und Leistungsschwäche
- vergrößerte Lymphknoten
- Hautveränderungen
- schuppige Haut
- Haarverlust
- Veränderungen an den Ohrspitzen
- Hautveränderungen rund um die Augen
- auffälliges oder verstärktes Krallenwachstum
- Nasenbluten
- Augenentzündungen
- Fieber
- Lahmheiten oder Gelenkbeschwerden
- Appetitveränderungen
- Verdauungsbeschwerden
Besonders wichtig ist die mögliche Beteiligung der Nieren.

Warum sind die Nieren bei Leishmaniose so wichtig?
Bei Leishmaniose können Immunreaktionen auch die Nierenfilter schädigen.
Eine mögliche Folge ist eine sogenannte Proteinurie.
Das bedeutet: Der Hund verliert vermehrt Eiweiß über den Urin.
Um genauer beurteilen zu können, wie ausgeprägt dieser Eiweißverlust ist, wird häufig der sogenannte UPC bestimmt.
Was bedeutet UPC?
UPC steht für: Urin-Protein-Kreatinin-Quotient.
Dabei wird die Eiweißmenge im Urin ins Verhältnis zur Kreatininkonzentration gesetzt.
Vereinfacht gesagt hilft der UPC dabei einzuschätzen: Wie viel Eiweiß verliert der Hund tatsächlich über die Nieren?
Gerade bei Leishmaniose ist dieser Wert wichtig, weil eine Nierenbeteiligung den weiteren Krankheitsverlauf erheblich beeinflussen kann.
Wie wird Leishmaniose diagnostiziert?
Es gibt nicht den einen Test, der bei jedem Hund allein die komplette Antwort liefert.
Je nach Situation können sinnvoll sein:
- großes Blutbild
- Organwerte
- Nierenwerte
- quantitative Antikörperbestimmung
- Eiweißelektrophorese
- Urinuntersuchung
- UPC
- gegebenenfalls PCR
- in besonderen Fällen Untersuchungen von Lymphknoten, Knochenmark oder anderem Gewebe
Was ist eine quantitative Serologie?
Bei der Serologie wird im Blut nach Antikörpern gegen Leishmanien gesucht.
„Quantitativ“ bedeutet, dass nicht nur geprüft wird: Antikörper vorhanden – ja oder nein sondern auch, wie hoch die Antikörperreaktion ist.
Oft spricht man dabei auch vom Antikörpertiter. Ein hoher Titer zusammen mit typischen Beschwerden und passenden Laborveränderungen kann sehr aussagekräftig sein. Ein Titer allein erzählt aber noch nicht die ganze Geschichte.
Was ist eine Eiweißelektrophorese?
Bei einer Eiweißelektrophorese werden die verschiedenen Eiweißbestandteile des Blutes genauer aufgeschlüsselt.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Albumin
- verschiedene Globulinfraktionen
Bei Leishmaniose können typische Veränderungen auftreten.
Die Eiweißelektrophorese liefert deshalb zusätzliche Informationen darüber, wie stark das Immunsystem beteiligt ist und wie sich die Erkrankung entwickelt.
Was bedeutet PCR?
PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion. Mit diesem Labortest wird nach Erbmaterial des Erregers gesucht.
Je nach Fragestellung können dafür unterschiedliche Proben verwendet werden.
Auch eine PCR muss immer im Zusammenhang mit den übrigen Befunden interpretiert werden. Leishvet
Wie wird Leishmaniose behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach:
- Krankheitsstadium
- Symptomen
- Laborwerten
- Nierenfunktion
- Begleiterkrankungen
- bisherigem Verlauf
Zu den häufig eingesetzten Medikamenten gehören beispielsweise Allopurinol sowie leishmanizide Wirkstoffe wie Miltefosin oder Meglumin-Antimonat. „Leishmanizid“ bedeutet, dass ein Wirkstoff gegen die Leishmanien selbst gerichtet ist.
Welche Behandlung zum einzelnen Hund passt, gehört in tierärztliche Hände.
Die verfügbaren Therapien können die Erkrankung häufig gut kontrollieren. Sie beseitigen den Erreger aber in der Regel nicht vollständig aus dem Körper. Deshalb können Rückfälle auftreten und langfristige Kontrollen sind wichtig. ESCCAP
Allopurinol und purinarme Ernährung
Dieser Punkt ist für die Ernährung besonders wichtig. Allopurinol greift in den Purinstoffwechsel ein. Dabei kann vermehrt Xanthin entstehen.
Was ist Xanthin?
Xanthin ist ein Zwischenprodukt beim Abbau von Purinen. Normalerweise wird es im Stoffwechsel weiterverarbeitet.
Allopurinol blockiert einen Teil dieses Stoffwechselweges. Dadurch kann mehr Xanthin entstehen und über den Urin ausgeschieden werden.
In ungünstigen Fällen können sich daraus:
- Xanthinkristalle
- Harngrieß
- Xanthinsteine
bilden. Deshalb ist bei längerer Allopurinolgabe eine purinreduzierte Ernährung besonders wichtig.
Was sind Purine?
Purine sind natürliche Bestandteile von Zellen. Sie kommen deshalb sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor – allerdings in sehr unterschiedlichen Mengen. Beim Abbau von Purinen entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte, auf deren weiteren Abbau Allopurinol Einfluss nimmt.
Welche Lebensmittel sind besonders purinreich?
Besonders hohe Puringehalte finden sich zum Beispiel in:
- Leber
- Niere
- Milz
- Thymus beziehungsweise Bries
- Herz
- Hefe und Hefeextrakten
- Sardinen
- Sardellen
- Hering
- Makrele
- Sprotten
Gerade bei einer konsequent purinreduzierten Ration reicht es deshalb nicht, einfach nur „weniger Innereien“ zu füttern. Die gesamte Ration muss betrachtet werden.
Herz ist Muskelfleisch – warum trotzdem aufpassen?
Anatomisch ist Herz tatsächlich ein Muskel.
Bei der purinarmen Ernährung interessiert uns aber weniger, ob ein Lebensmittel futterkundlich als Muskelfleisch oder Innerei bezeichnet wird.
Entscheidend ist: Wie viele Purine liefert es? Herz enthält vergleichsweise viele Purine und sollte deshalb während einer konsequent purinreduzierten Ernährung nicht unbegrenzt verfüttert werden.
Welche Proteinquellen sind eher purinarm?
Relativ purinarme Proteinquellen sind zum Beispiel:
- Ei
- Quark
- Hüttenkäse
- andere geeignete Milchprodukte
Auch ausgewählte Muskelfleischsorten können in passender Menge Bestandteil einer purinreduzierten Ration sein. Das bedeutet aber nicht, dass ein Leishmaniose-Hund plötzlich überwiegend Milchprodukte bekommen sollte. ⚠️ Entscheidend bleibt eine bedarfsdeckende Gesamtration.
Muss ein Hund mit Leishmaniose wenig Fleisch bekommen?
Nein – nicht automatisch.
Purinarm bedeutet nicht automatisch:
- eiweißarm
- fleischfrei
- vegetarisch
Ein Hund ohne relevante Nierenschädigung benötigt nicht allein aufgrund der Diagnose Leishmaniose eine stark eiweißreduzierte Ernährung.
Anders sieht es aus, wenn zusätzlich eine Nierenerkrankung oder relevante Proteinurie besteht.
Dann müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden, zum Beispiel:
- Phosphorgehalt
- Menge und Qualität des Proteins
- Energieversorgung
- Natrium
- Kalium
- Flüssigkeitsaufnahme
Deshalb gilt: Leishmaniose bedeutet nicht automatisch Nierendiät. Entscheidend sind die tatsächlichen Befunde.
Flüssigkeit ist besonders wichtig
Eine gute Flüssigkeitsaufnahme ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Zum einen können bei Leishmaniose die Nieren betroffen sein.
Zum anderen möchten wir unter Allopurinol möglichst vermeiden, dass sehr konzentrierter Urin die Bildung von Xanthinkristallen zusätzlich begünstigt. Deshalb bevorzuge ich bei diesen Hunden eine feuchte Fütterung.
Möglichkeiten sind zum Beispiel:
- geeignetes Nassfutter
- bedarfsgerecht gekochte Rationen
- entsprechend zusammengestellte Frischfütterung
- zusätzliches Wasser im Futter
Trockenfutter wäre bei einem Hund mit zusätzlichem Nieren- oder Harnsteinrisiko nicht meine erste Wahl als alleinige Fütterung.
Ist BARF bei Leishmaniose möglich?
Ja – aber nicht einfach nach einem klassischen Standardschema.
Viele BARF-Pläne enthalten größere Mengen:
- Innereien
- Herz
- Pansen
- verschiedene Fleischsorten
- eventuell Fisch
Damit kann die Purinmenge schnell hoch werden. Wer frisch füttern möchte, sollte die Ration deshalb gezielt purinreduziert und trotzdem bedarfsdeckend zusammenstellen. Nur Innereien wegzulassen und dafür einfach mehr Muskelfleisch zu geben, reicht nicht.
Denn dadurch können andere wichtige Nährstoffe fehlen. Das Gleiche gilt für selbst gekochte Rationen.
Nahrungsergänzung – „Immunsystem stärken“?
Der Satz: „Bei Leishmaniose muss das Immunsystem gestärkt werden“ ist zu pauschal. Das Immunsystem ist kein Akku, den man einfach mit ein paar Ergänzungen aufladen kann. Bei Leishmaniose spielt vielmehr die Art der Immunreaktion eine wichtige Rolle.
Deshalb halte ich wenig davon, wahllos:
- Kräuter
- Vitalstoffe
- Heilpilze
- Öle
- Probiotika
- sogenannte Immunbooster
miteinander zu kombinieren. Ergänzungen sollten einen konkreten Zweck haben und zur Erkrankung, zur Medikation und zu den Laborwerten passen. Auch natürliche Produkte können Neben- oder Wechselwirkungen haben. ⚠️ Gezielt ergänzen statt möglichst viel geben.
Neben einem purinarmen Futter kannst du deinem Hund zusätzlich Gutes tun.
Hauptaugenmerk sollte auf einem guten Immunsystem liegen. Mit den richtigen Nahrungsergänzungen wie z.B. Borretsch-Öl, effektiven Mikroorganismen und Vitalstoffen lässt sich dieses, sowie die Haut- und Fellregeneration deines Lieblings unterstützen.

Und Naturheilkunde?
Naturheilkundliche Begleitung kann auch bei einem Hund mit Leishmaniose ihren Platz haben.
Je nach Situation können beispielsweise Ernährung, Darmgesundheit, Hautpflege oder individuell ausgewählte unterstützende Maßnahmen sinnvoll sein. Auch homöopathische Begleitung wird von Hundehaltern und Behandlern eingesetzt und manche berichten über positive Erfahrungen.
Wichtig bleibt: Leishmaniose gehört tierärztlich diagnostiziert und behandelt.
Naturheilkundliche Maßnahmen ersetzen keine notwendige medikamentöse Therapie. Gerade bei einer möglichen Nierenbeteiligung sollte außerdem vorsichtig ergänzt werden.
Kamille und Beifuß zur Unterstützung. Mehr dazu findest Du in diesen Beiträgen…
Wie oft sollten die Werte kontrolliert werden?
Das hängt vom Krankheitsstadium und der Therapie ab. Zu Beginn einer Behandlung sind meist engmaschigere Kontrollen notwendig. Bei einem langfristig stabilen Hund können die Abstände später größer werden.
Je nach Situation gehören dazu insbesondere:
- Blutbild
- Leber- und Nierenwerte
- Gesamteiweiß
- Albumin und Globuline
- Eiweißelektrophorese
- Urinuntersuchung
- UPC zur Beurteilung eines möglichen Eiweißverlustes über die Nieren
- gegebenenfalls quantitative Antikörperkontrolle
- unter Allopurinol Kontrolle auf Xanthinkristalle beziehungsweise Harnsteine
Auch wenn es dem Hund gut geht, sind Verlaufskontrollen wichtig.
Gibt es eine Impfung gegen Leishmaniose?
Ja.
Der heute in Europa verfügbare Impfstoff LetiFend erhielt 2016 die EU-Zulassung. Er ist für gesunde, nicht infizierte Hunde ab einem Alter von sechs Monaten vorgesehen. Die Grundimmunisierung besteht aus einer Injektion; der Schutz beginnt nach etwa vier Wochen und hält ungefähr ein Jahr. Danach sind jährliche Auffrischungen vorgesehen.
Vor der Impfung sollte geprüft werden, ob der Hund bereits infiziert ist.
Wie gut schützt die Impfung?
Die Impfung verhindert eine Infektion nicht sicher.
Sie soll vor allem das Risiko reduzieren, dass eine Infektion zu einer klinischen Erkrankung führt.
In der für die Zulassung ausgewerteten Feldstudie erkrankten über zwei Jahre weniger Hunde in der Impfgruppe als in der Kontrollgruppe. European ⚠️ Deshalb gilt: Impfung ersetzt den Sandmückenschutz nicht.
LeishVet empfiehlt in Risikogebieten einen multimodalen Schutz – also vor allem Repellent plus, je nach individuellem Risiko, Impfung. Leishvet
Welche Risiken und Nebenwirkungen hat die Impfung?
Wie jede Impfung kann auch die Leishmaniose-Impfung Nebenwirkungen verursachen.
Für LetiFend ist laut EMA Kratzen an der Injektionsstelle sehr häufig beschrieben; es klingt normalerweise innerhalb weniger Stunden wieder ab.
Darüber hinaus sind seltene beziehungsweise sehr seltene Reaktionen möglich, zum Beispiel:
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Schwellungen
- Juckreiz
- Müdigkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- erhöhte Körpertemperatur
⚠️ Schwere allergische Reaktionen können bei Impfstoffen grundsätzlich auftreten, sind aber selten. Die Impfung ist deshalb keine automatische Pflichtentscheidung, sondern eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung.
Wichtige Fragen sind:
- Reist der Hund regelmäßig in Risikogebiete?
- Wie lange hält er sich dort auf?
- Zu welcher Jahreszeit reist er?
- Wie alt und gesund ist er?
- Gibt es Vorerkrankungen?
- Wie hoch ist das tatsächliche Expositionsrisiko?
Bei einem Hund, der regelmäßig mehrere Wochen im Mittelmeerraum verbringt, kann die Entscheidung anders ausfallen als bei einem Hund, der Deutschland nie verlässt.
Was bedeutet „Reisepläne anpassen“ konkret?
Das bedeutet nicht automatisch: „Mit Hund darf man nicht mehr nach Spanien, Italien oder Frankreich fahren.“
Es bedeutet vielmehr, Risiko und Reisezeit bewusst einzuplanen.
Besonders relevant sind Aufenthalte:
- im Mittelmeerraum
- zwischen etwa April und November
- in sehr warmen Regionen
- während Dämmerung und Nacht
- bei längeren Aufenthalten im Freien
Wenn sich der Urlaub zeitlich verschieben lässt, kann eine Reise außerhalb der Hauptsaison das Risiko reduzieren.
Noch wichtiger ist aber konsequenter Schutz:
- Repellent bereits vor Reisebeginn anwenden
- Spot-on je nach Präparat etwa 1–2 Tage vorher
- Halsband je nach Produkt etwa 1–2 Wochen vorher
- Schutz während der gesamten Reise aufrechterhalten
- Hund abends und nachts möglichst drinnen halten
- engmaschige Insektenschutzgitter nutzen
- Schlafplätze nicht direkt in stark bewachsenen, geschützten Sandmückenhabitaten wählen
Die genaue Vorlaufzeit richtet sich immer nach der Produktinformation.
Hund aus dem Auslandstierschutz – wann testen?
Bei einem Hund aus einem Leishmaniose-Risikogebiet ist eine Untersuchung auf entsprechende Reisekrankheiten sinnvoll.
Der Zeitpunkt ist dabei wichtig. Eine sehr frische Infektion kann bei einem unmittelbar nach der Einreise durchgeführten Antikörpertest möglicherweise noch nicht erfasst werden. Deshalb kann je nach Vorgeschichte ein späterer Kontrolltest sinnvoll sein.
Welche Tests und Zeitpunkte sinnvoll sind, sollte mit einer tierärztlichen Praxis besprochen werden, die Erfahrung mit Mittelmeerkrankheiten hat.
Ist ein Leishmaniose-Hund eine Gefahr für Menschen oder andere Hunde?
Im normalen Zusammenleben besteht kein Grund, einen Leishmaniose-Hund auszugrenzen. Die zentrale natürliche Übertragung erfolgt über Sandmücken.
Infizierte Hunde sollten allerdings:
- nicht zur Blutspende eingesetzt werden
- nicht zur Zucht eingesetzt werden
- in Gebieten mit Sandmücken konsequent vor Stichen geschützt werden
Der Sandmückenschutz schützt damit nicht nur den infizierten Hund, sondern reduziert auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sandmücken Parasiten aufnehmen und weitertragen.
Unser Fazit: Leishmaniose – keine Panik, aber ein guter Plan
Leishmaniose ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Aber: Eine positive Diagnose ist kein Todesurteil.
Entscheidend sind:
- richtige Einordnung der Erkrankung
- passende medizinische Behandlung
- regelmäßige Blut- und Urinkontrollen
- besonderes Augenmerk auf die Nieren
- bei Allopurinol eine purinreduzierte Ernährung
- ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
- konsequenter Schutz vor Sandmücken
- eine Fütterung, die zum tatsächlichen Befund passt
Nicht jeder Leishmaniose-Hund braucht dieselbe Ernährung. Ein stabiler Hund ohne Nierenschädigung hat andere Anforderungen als ein Hund, der bereits Eiweiß über die Nieren verliert. Und ein Hund unter Allopurinol braucht bei der Futterauswahl wiederum besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich der Purinmenge.
Nicht die Diagnose allein bestimmt den Napf – sondern der gesamte Hund.
💛 Weil passend besser ist.
Fütterungsberatung bei Leishmaniose
Wenn dein Hund Leishmaniose hat und bereits Laborwerte oder tierärztliche Befunde vorliegen, können wir gemeinsam schauen, wie seine Fütterung sinnvoll daran angepasst werden kann.
Besonders relevant sind zum Beispiel:
- Allopurinoltherapie
- Puringehalt der Ration
- Nierenwerte im Blut
- UPC – also die Beurteilung eines möglichen Eiweißverlustes über den Urin
- Phosphorwert
- Urinbefund
- Proteinversorgung
- Flüssigkeitsaufnahme
- Körpergewicht und Muskelmasse
- Leckerli und Kauartikel
- Nahrungsergänzungen
Dabei geht es nicht darum, eine notwendige tierärztliche Therapie zu ersetzen. Es geht darum, die Ernährung sinnvoll auf Diagnose, Behandlung und deinen Hund abzustimmen.
Im ersten kostenfreien Gespräch lernen wir uns kennen, klären deine Wünsche und Anliegen und schauen gemeinsam auf die aktuelle Fütterung sowie auf mögliche Besonderheiten deines Hundes.
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Mit die beste und wichtigste Maßnahme ist eine gesunde Ernährung und die Vermeidung von Stress. Nutze gerne unsere Unterstützung !




Bei meiner Schäferhündin wurde Leishmaniose festgestellt. Ich musste von Barf auf Trockenfutter ( RoyalCanin U/C) umsteigen.. anfangs möchte sie das, aber jetzt grüßt die immer lustloser . Habe nun bei Ihnen gelesen, dass Trockenfutter nicht so gut ist wie Fleisch . Da meine Hündin immer lustloser frisst, zweifele ich an der Therapie mit null Fleisch . Meine anderen gesunden Hunde würden sich auch über Fleisch freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Elke Thurnhofer
Hej! Wieso steht bei vielen Seiten, die ich wegen purinarmer Kost für meinen Hund gesichtet habe, rinderherz mit hohem puringehalt, hier dagegen steht, das rinderherz hochwertiges muskelfleisch ist. Ich bin irritiert: was stimmt? Kann ich meinen leishmaniose—Hund mit bio-rinderherz von artgerecht gehaltenen Rindern füttern? Bisher haben wir geB.A.R.F.t und möchten das auch weiterhin. Pelle soll aber nun kein Vegetarier werden😏
Liebe Gisela, grundsätzlich stimmt: Das Herz ist definitiv ein Muskel. Also, hochwertiges Muskelfleisch. Es stimmt allerdings auch, das Herz im Verhältnis zu anderem Muskelfleisch relativ viel Purin enthält. Nämlich ca. 107 mg/pro 100g im Gegensatz zu ca. 58mg/pro 100 g Skelettmuskulatur. Fazit: Es kommt auf die Gesamtmenge Purin an, also das Mischungsverhältnis/Summe der Gesamtzutaten. Pelle muss kein Vegetarier werden 😉 Wir helfen dir sehr gerne dabei die Nahrung für Pelle so zusammenzustellen das du bedenkenlos deine Fellnase weiter artgerecht füttern kannst. Wenn du unsere Hilfe in Anspruch nehmen möchtest, kannst du dir hier gerne einen passenden Termin aussuchen https://hundefutter-vergleich24.de/beratung-buchen/
Hallo, die Aussage,daß ein Hund mit Leishmaniose zur potenzienllen Gefahr für den Menschen wird,ist schlicht und ergreifend nicht richtig.Bislang gibt es keine Berichte, wo ein Mensch sich bei einem Hund mit Leishmaniose angesteckt hat.In Frankreich und Italien sowie in manchen südlichen Ländern sind an Leishmaniose erkrankte Menschen, die dank der Sandfliege, auf dieselbe Weise an die Krankheit kommen wie Hunde und Katzen.Manche wissen es nicht,weil sie keine Symtome haben, andere die erkranken, können durch Blutwäsche davon geheilt werden.Leider macht man das bei Tieren nicht. Um sich bei einem infizierten Tier anzustecken, ginge das wohl nur ,wenn man kräftig Wunde auf Wunde reibt. Und selbst dann ist es nicht sicher .Wir haben seit 4 Jahren eine Hündin (8 Jahre jung) mit Leishmaniose. Aus Spanien.Sie muss leider Allopuinol bekommen und wird mit Herrmans purinarm Nassfutter sowie mit Sanoro purinarm ernährt. Trockenfutter, wir füttern beides, Insectum Reis von Green Petfood. Es schmeckt ihr alles super. Leckerlis von Terra Canis, getrocknetes Muskelfleich sowie Gartendrops. Nur mal als Tip.
Liebe Frauke, herzlichen Dank für deinen Hinweis. Wir haben unseren Beitrag nochmals überarbeitet. Es war etwas missverständlich geschrieben. Richtig ist, wie von uns zuvor geschrieben: Die Leishmaniose zählt zu den Zoonosen. Also, grundsätzlich kann ein Mensch auch daran erkranken. Allerdings stimmt natürlich auch was du sagst: Die Krankheit wird höchst unwahrscheinlich vom Hund auf den Menschen übertragen. Menschen, die an Leishmaniose erkranken haben sich die Infektion wohl auf dem gleichen Weg zugezogen, wie auch Hunde erkranken. Wir wünschen dir mit deiner Hündin noch eine lange und gute gemeinsame Zeit.