Erfahrungen & Bewertungen zu Antje Schnitzler

Bauchspeicheldrüsen Entzündung und Insuffizienz

Die Bauchspeicheldrüsen Entzündung beim Hund kommt gar nicht so selten vor. Ursachen können neben Medikamenten und Übergewicht vor allem ungeeignete Futtermittel und Tischreste sein. Bestimmte Hunderassen sind anfälliger dafür. Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung geht häufig in eine chronische  Schwäche, die Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, über.

Bauchspeicheldrüsenentzündung- und Insuffizienz

Das Pankreas (Bauchspeicheldrüse) liegt zwischen dem Magen, dem Dünndarm und der Milz.
Aufgebaut ist die Drüse aus zwei Anteilen:

  • endokrines Drüsengewebe
  • exokrines Drüsengewebe

Der endokrine Anteil bildet in den so genannten Langerhans´schen Inselzellen das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel beeinflusst.
Im exokrinen Anteil werden Verdauungssäfte gebildet, die über einen Gang in den Dünndarm abgegeben werden. Der Pankreassaft enthält Enzyme, die für die Verdauung von Eiweiß, Fetten und Kohlenhydraten benötigt werden. Die Magensäure, die mit dem Nahrungsbrei bis in den Dünndarm gelangt, wird hier neutralisiert, damit die Bakterien des Dünndarms nicht geschädigt werden.
Die Enzyme können, wenn die Schutzfunktion ausgeschaltet ist, die Drüse selbst angreifen und verdauen. Eine schmerzhafte Bauchspeicheldrüsenentzündung entsteht.

zurück zum menü ↑

Pankreatitis: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung, die akut oder chronisch auftreten kann, muss immer schnell behandelt werden, da das Organ schon nach kurzer Zeit beginnt, sich selbst zu verdauen. Zuerst wird die Abgabe der Verdauungsenzyme an den Darm verzögert. Dadurch schädigen diese das Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Ist das Pankreas einmal dauerhaft geschädigt, wird der Hund trotz eines gefüllten Futternapfes immer weiter an Gewicht verlieren. Ohne Behandlung werden auch die Organe in der Nähe der Bauchspeicheldrüse, wie Leber und Milz geschädigt. Die Entzündung breitet sich im gesamten Bauchraum aus. Bei einer akuten Entzündung besteht Lebensgefahr!

Ursachen

Kann die auslösende Ursache nicht genau geklärt werden, spricht man von einer idiopathische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Selten lösen Viren und Bakterien die Entzündung aus. Unfalltraumen nach Autounfällen, Bissen oder Stößen können dazu führen, dass der Pankreassaft in das Gewebe der Drüse gelangt und diese verdaut. Das Risiko für eine Pankreatitis wird außerdem erhöht durch eine schlechte Durchblutung der Drüse bei einer Narkose oder Gefäßschäden und durch Medikamente, wie Antibiotika (Tetrazyklin) oder Furosemid.

Bauchspeichelinsuffizienz Hund

Bauchspeicheldrüse beim Hund

 

Achtung: Hunde mit akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung müssen fressen! Eine Nahrungskarenz ist kontraindiziert. Bieten Sie ihrem Hund bis zu 10 mal täglich kleine Portionen Futter an. Das Futter sollte gegart und noch warm angeboten werden. Verwenden Sie hochverdauliche, fettarme Zutaten wie z.B. Hühnchen und Kartoffeln. Ergänzend können Sie verschiedene Teezubereitungen anbieten, z.B. Kamille oder Fenchel.

zurück zum menü ↑

Bauchspeicheldrüsenentzündung erkennen – Symptome!

Die Eigenverdauung des Pankreas ist sehr schmerzhaft. Der Hund verweigert das Futter, er erbricht immer wieder. Der Kot ist breiig bis flüssig. Um die Schmerzen zu lindern, nimmt der Hund eine Schonhaltung ein. Die Vorderextremitäten werden nach vorne gestreckt. Der Brustkorb liegt am Boden. Die Hinterbeine sind durchgestreckt, der Bauch wird angehoben. Durch den Flüssigkeitsverlust trocknet der Hund aus, Kreislaufprobleme treten auf. Die Atemfrequenz ist erhöht. Fieber und Herzrhythmusstörungen beeinträchtigen den Hund besonders. Hat die Entzündung auch schon die Leber angegriffen, können die Gallenfarbstoffe nicht mehr ausgeschieden werden. Die Schleimhäute und die Haut sind gelb verfärbt.
Wenn Sie den Verdacht auf eine Pankreatitis haben, sollten Sie Ihren Hund immer schnell zu einem Tierarzt bringen. Der Tierarzt stellt durch eine Blutuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung schnell eine Diagnose und kann mit der wichtigen Behandlung beginnen.

Eine Therapie ist immer erforderlich

  • Schmerztherapie
  • Infusionen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen
  • entzündungshemmende Medikamente

Besonders wichtig ist es, dass die Behandlung durch eine Diät ergänzt wird. Das Futter darf nur geringe Anteile an Fett enthalten. Da der Hund viel Energie benötigt, setzt sich das Futter aus leicht verdaulichem Eiweiß und Kohlenhydraten zusammen. Weigert sich Ihr Hund, das Futter anzunehmen, muss er über eine Magensonde ernährt werden.
Wenn Sie kein fertiges Diätfutter füttern wollen, können Sie zu Beginn der Erkrankung gesüßten Tee und Zwieback füttern. Ergänzt wird das Futter mit magerem Fleisch oder Fisch. Eventuell kann auch Magerquark gefüttert werden. Ballaststoffreiches Gemüse, wie Karotten oder Pastinaken, ergänzen den Speiseplan.

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung kann in einen chronischen Zustand übergehen. Es werden nicht mehr ausreichend Enzyme produziert. Die so entstandene exokrine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz (EPI) ist meistens nicht mehr heilbar.

Bauchspeicheldrüseninsuffizienz: immer nur die Folge einer Pankreatitis?

Bei einer exokrine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz ist der Teil des Pankreas schwer geschädigt oder vollständig zerstört, der die Verdauungsenzyme produziert und in den Dünndarm abgibt. Die Verdauungsenzyme werden in zu kleiner Menge erzeugt und reichen nicht mehr aus, um das Futter ausreichend zu verdauen. Vor allem die Fette erreichen unverdaut den Dickdarm und schädigen die Bakterienflora. Die Bakterien sind nicht mehr in der Lage, die Vitamine und Spurenelemente zu verarbeiten. Die Nährstoffe gelangen nicht mehr in das Blut, sondern werden unverdaut ausgeschieden.

Ursachen

  • angeboren
  • als folge einer Pankreatitis
  • Tumor

Bei Welpen ist die Bauchspeicheldrüse kurz nach der Geburt meistens noch normal ausgebildet. Durch falsche Reaktionen des Immunsystems kann der exokrine Anteil der Bauchspeicheldrüse immer stärker angegriffen werden. Chronische Entzündungsschübe bleiben zunächst meist unbemerkt. In den kommenden Wochen schrumpft das Gewebe, im Alter von 6 bis 18 Monaten kann die Drüse ihre Funktion bei der Verdauung nicht mehr erfüllten. Von der angeborenen Bauchspeicheldrüseninsuffizienz sind häufig Collies mit kurzem Fell und Deutsche Schäferhunde betroffen.
Bei erwachsenen Hunden wird die chronische Pankreasinsuffizienz durch immer wiederkehrende Entzündungsschübe verursacht. Infolge der unspezifischen Symptome und der kurzen Dauer werden die Entzündungen häufig von Besitzer und Tierarzt nicht bemerkt. Das Gewebe der Bauchspeicheldrüse wird während der folgenden Monate immer stärker geschädigt. Häufig wird gleichzeitig der endokrine Anteil des Pankreas geschädigt. Die Hunde leiden dann zusätzlich auch an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Eine Schwächung der Funktion der Bauchspeicheldrüse kann auch durch das Wachstum von Tumoren ausgelöst werden. Da bei einem Tumor des Pankreas sehr starke Schmerzen auftreten, wird die Erkrankung schnell erkannt.

zurück zum menü ↑

Chronische Bauchspeicheldrüseninsuffizienz erkennen- Symptome!

Die Hunde setzen mehrmals am Tag große Mengen an breiigem bis flüssigem Kot ab. Der Stuhl ist grauweiß und lehmfarben, da er hohe Anteile an Fett enthält. Unverdaute Nahrungsbestandteile sind deutlich zu erkennen. Da auch die Bakterienzusammensetzung im Darm gestört ist, stinkt der Kot säuerlich. Im Darmtrakt werden bei der Verdauung große Mengen an Gasen gebildet. Die Blähungen sind schmerzhaft. Der Bauch ist aufgetrieben und gespannt. Laute Darmgeräusche sind zu hören.
Obwohl die Hunde ständig fressen, verlieren sie Gewicht und magern ab, da die Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden können. Bei wachsenden Hunden ist die Entwicklung verzögert. Die Haut schuppt. Das Fell ist durch den Mangel an ungesättigten Fettsäuren stumpf.
Wird im Dickdarm zu wenig Vitamin K aufgenommen, ist auch die Blutgerinnung verringert. Auf der Haut bilden sich dunkelblaue Blutergüsse.
Bei akuten Entzündungsschüben erbrechen die Hunde und äußern Schmerzen.
Durch eine Blutuntersuchung kann der Tierarzt eine korrekte Diagnose stellen.

Eine Therapie kann die Lebensqualität des Hundes verbessern

Eine Heilung ist nicht möglich, da das Pankreasgewebe nicht mehr wiederhergestellt werden kann. Durch Vitamin B12, Probiotika und Verdauungsenzyme, die unter das Futter gemischt werden, kommt es zu einer verbesserten Nährstoffaufnahme. Die Hunde nehmen wieder Gewicht zu. Die Enzyme müssen lebenslang dem Futter beigemischt werden. Verweigert der Hund aufgrund des unangenehmen Geruchs das Futter, können die Enzyme auch in Kapselform eingegeben werden. Die Dosis ist von der Menge und Art des Futters abhängig.
Hunde mit Pankreasinsuffizienz sollten mehrmals täglich kleine Portionen gefüttert bekommen. Das Futter muss hoch verdaulich sein und darf nur einen geringen Faseranteil enthalten.

Leidet ihr Hund an Problemen mit der Bauchspeicheldrüse ? Sprechen Sie uns gerne an. Wir erstellen Ihnen einen individuellen Futterplan und klären Sie über unterstützende Therapie-Maßnahmen auf.

🏆War dieser Artikel hilfreich? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar!

We will be happy to hear your thoughts

      Hinterlasse einen Kommentar

      Enable registration in settings - general