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Hilfe! Mein Hund hat Giardien

Der Verdacht, der eigene Hund könnte von Giardien befallen sein, treibt so manchem Hundehalter den Angstschweiß auf die Stirn. Nicht ohne Grund. Kursieren doch die abenteuerlichsten Geschichten unter Hundehaltern. Die Panikmache der Tierärzte ist häufig der Grund dafür. Aber ist die Panik wirklich nötig? Was sind Giardien überhaupt, wie bekommt mein Hund Giardien und wie äußert sich eine Giardiosis? Kann ich mich anstecken und vor allem wie wird man die lästigen Tierchen wieder los? Diesen und anderen Fragen wollen wir im folgenden Beitrag beantworten. 

Was sind Giardien

Giardien gehören zu den Einzellern so genannte Protozoen. Es sind also kleinste Lebewesen die es schon gab, bevor es Menschen oder Hunde gab. Wir kommen also schon unser ganzes Leben lang mit ihnen klar. Solange unser Immunsystem in Ordnung ist, machen uns diese Parasiten keine Probleme. Sie gehören zu den sog. Zoonose Erregern. Das heißt, sowohl Mensch als auch Tier kann sich mit ihnen infizieren. Es gibt arttypische Untergruppen. Ein Hund wird meist mit dem Gardia intestinalis Genotyp D oder C befallen. Giardien haben ein birnenförmiges Aussehen mit kleinen Geißelfüßchen zur Fortbewegung. Mit einer Bauchhaftplatte können sie sich an der Darmwand eines Hundes oder Menschen anheften und dort Entzündungen hervorrufen. Zur Weiterverbreitung hüllen sie sich in so genannte Zysten und werden mit dem Kot des Hundes wieder in die Umwelt entlassen. Die Zysten, eine Art Panzer, machen sie sehr widerstandsfähig. So überleben sie in feuchtem Milieu mehrere Monate.

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Ansteckungsgefahr

Aufgrund ihrer Widerstandskraft überleben die Zysten der Giardien in der Natur extrem lange. Alleine Trockenheit lässt sie innerhalb von 24 Std. absterben. Aber wo gibt es in der Natur schon absolute Trockenheit. Die Ansteckungsgefahr für Ihren Hund ist also bei jedem Spaziergang gegeben. Mal kurz aus einer Pfütze “geschlabbert”. Hier und da mal am Kot eines anderen Hundes gerochen und schon kann es passiert sein. Der Ansteckungsweg ist immer Darm-Maul. Das bedeutet, Ihr Hund nimmt über sein Maul die ausgeschiedenen Giardien-Zysten eines anderen Tieres auf. Schon das beschnüffeln des Hinterteiles eines anderen Hundes kann unter Umständen ausreichen. Daraus folgt, sie können eine Ansteckung niemals verhindern. Das Risiko einer Infektion wird naturgemäß in größeren Gruppen höher. So verwundert es nicht, das viele Welpen schon Giardien haben. Sie wollen die Welt erkunden und schnüffeln an allem und jedem. Giardiasis gilt als Zoonose. Grundsätzlich ist es also möglich, das man sich als Mensch bei seinem Hund anstecken kann. Die Gefahr einer Ansteckung von Hund auf Mensch ist aber nicht so hoch. Es konnte nur bei höchstens 7% der Hunde der Giardientyp nachgewiesen werden, der auch Menschen befallen kann. Eine Ansteckung mit Giardien bedeutet noch nicht zwingend, dass der Hund auch die typischen Krankheitszeichen entwickelt.

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Wie stelle ich fest ob mein Hund betroffen ist

Infektionen mit Giardien sind relativ häufig. Wenn man den Verdacht hegt, ist der Gang zum Tierarzt obligat. Dort wird man anhand einer Kotprobe schnell heraus finden ob Ihr Hund sich angesteckt hat. Dazu sammelt man über drei Tage den Kot seines Hundes. Dieser wird dann anhand eines Labortests auf Giardien-Zysten untersucht. Giardien lassen sich nicht im Blut nachweisen. Wir persönlich lassen den Kot unserer Hunde regelmäßig prophylaktisch auf Würmer und Giardien untersuchen. So können wir sicher sein, dass sie sich nicht angesteckt haben, ohne das wir es anhand von Symptomen bemerken. Dazu nutzen wir den komfortablen Service von vetevo® In einem, von uns frei definiertem Zeitraum, erhalten wir automatisch unsere Probenbox zugesandt. Der “Wurmtest Pro” beinhaltet die Kotuntersuchung auf Würmer und Giardien. Einfach 3 Tage etwas Kot in ein Röhrchen packen, einsenden und schnell das Ergebnis und eine Handlungsaufforderung von den Tierärzten bei vetevo® erhalten.

Test auf Würmer und Giardien beim Hund
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Symptome bei Giardienbefall

Giardien gehören zu den Durchfallerregern. Sie verursachen eine Entzündung im Darm. Diese macht den Darm ihres Hundes auf Dauer “durchlässig”. Es drohen weitere Probleme wie Allergien und Mangelversorgung. Allerdings entwickelt nicht jeder Hund Symptome. Ob sich ein Hund ansteckt und welche Symptome er entwickelt kann von Hund zu Hund unterschiedlich sein. Ein geschwächtes Immunsystem sowie falsche Ernährung fördern die Ansteckungsgefahr und den Ausbruch der Erkrankung. Welpen und Junghunde erkranken schneller da ihr Immunsystem noch nicht so geschult ist. Wenn es zu Symptome kommt, können diese sein:  

  • schleimig, dünner bis hin zu wässerigem Kot, gelegentlich auch blutig
  • häufig kann man auch wechselnden Stuhl beobachten, d.h. es ist einige Tage scheinbar alles in Ordnung
  • zunächst machen die befallenen Tiere keinen sonderlich kranken Eindruck
  • es können aber auch Bauchschmerzen, Krämpfe, Erbrechen und Appetitlosigkeit auftreten
  • bei sehr schweren Verläufen kann es zu Fieber, Schüttelfrost und Gewichtsverlust kommen

Die beste Vorsorge, dass Ihr Hund sich keine Giardien Infektion zuzieht, ist ein gesunder Darm und ein gut ausgebildetes Immunsystem. Um das zu gewährleisten ernähren wir unsere Hunde mit hochwertigem Nassfutter. Wir verzichten, so weit es geht, auf chemische Medikamente und Wurmkuren. Vor Parasiten schützen wir unsere Hunde mit Kräutermischungen wie z.B. Kräuter Wurm-ex. Und, bei Bedarf erhalten sie eine Darm-Aufbaukur.

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Behandlung einer Giardiosis

Was, wenn es Ihren Hund erwischt hat? Ihr Tierarzt wird üblicherweise seinen Leitlinien folgen. Diese sehen zum Beispiel vor: 5 Tage 2x täglich das Medikament PANACUR® (Wirkstoff: Fenbendazol), 3 Tage Pause und erneut 5 Tage 2x täglich PANACUR®. Giardien wandern häufig über den Dünndarm in die Gallen und “verstecken” sich dort. Daher wird die Behandlung nach einigen Tage immer wiederholt. Eine Therapiekontrolle erfolgt etwa 5-7 Tage nach Behandlungsende. Bei positivem Befund und weiterhin bestehender Klinik sollte die Behandlung wiederholt werden. Leider kommt es häufig vor das diese Art der Behandlung wiederholt werden muss. Dazu lesen Sie bitte unbedingt auch diese “total erfundene Geschichte” Wie gesagt: Alles schon selbst erlebt!

In der allopathischen Medizin stehen dafür diverse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung von denen KEINE ursprünglich zur Behandlung von Giardien erfunden wurde. Es handelt sich um diverse Tabletten zur regulären Entwurmung oder Antibiotika. Manchmal verschwinden die Giardien im Kotbefund nach 1xigen Behandlungen und manchmal bleiben sie trotz Behandlung über Jahre. Das liegt zum einen an inzwischen weit verbreiteten Resistenzen, also fehlender Empfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, zum anderen daran, dass leider viel zu selten die zu Grunde liegenden Probleme bedacht werden. Beatrice Milleder, Tierärztin Beatrice Milleder, Tierärztin
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Ungewöhnlich schnell und sicher Giardien los werden

“The best Tipp ever”! Als damals unsere Verzweiflung über diese hartnäckigen Viecher besonders groß war, bekamen wir den großartigen Rat einer erfahrenen Hundefrisörin. Sie hat sowohl ihrem eigenen Hund und etlichen Hunden aus ihrer Kundschaft, mit diesem Rat helfen können. Es ist eine unkonventionellen und zunächst merkwürdige Methode. Man gibt ein Mittel das eigentlich für Brieftauben vorgesehen ist. Dieses Mittel trägt den Namen: GAMBAMIX® Anders als die Medikamente des Tierarztes ist Gambamix® nicht rezeptpflichtig. In entsprechender, auf das Gewicht des Hundes angepassten Dosierung reicht häufig eine einmalige Behandlung und der Giardienbefall des Hundes gehört der Vergangenheit an. Natürlich waren wir zunächst skeptisch und recherchierten. Was wir fanden, waren überwiegend positive Berichte. Also probierten wir es aus und machten ebenfalls gute Erfahrungen.

Damit man die richtige Dosierung für einen Hund erhält, muss man allerdings eine Menge Tabletten verabreichen. Pro 0,5 kg Körpergewicht/ 1 Tablette. Bei uns entsprach das bei 14,5 kg Gewicht des Hundes 29 Tabletten. Das Mittel ist Geruchs- und geschmacksneutral und lässt sich, gemörsert, gut mit dem Futter verabreichen.

Egal für welches Medikament sie sich letztlich entscheiden, es ist beides Chemie. Und, in beiden Fällen muss spätestens danach dem Darm ihres Hundes besondere Aufmerksamkeit zukommen. Eine normale und gesunde Darmflora sollte schnellstmöglich wieder hergestellt werden. Im Darm sitzen große Anteile des Immunsystems und damit die Wurzel allen Übels. Ganzheitliche, die Ursache bekämpfende Maßnahmen, sehen wie folgt aus:

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Bücher für verantwortungsbewußte Hundehalter

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Hygiene bei Giardien

Auch wenn Panik nicht angebracht ist….Einfache Hygienemaßnahmen helfen Infektionen einzudämmen bzw. sie schneller zu überstehen. Wichtig: Handelsübliche Desinfektions- oder Reinigungsmittel wie beispielsweise Sagrotan oder Chlor können Giardien nichts anhaben. Geeignete Desinfektionsmittel finden Sie unter www.dvg.net .

Was kann helfen (Re-) Infektionen vorzubeugen?

  • Konsequentes Aufsammeln des Hundekots
  • Meiden Sie Freilaufwiesen und engen Hundekontakt bis keine Giardien mehr nachgewiesen werden können
  • Tägliche Reinigung von Futter-und Wassernapf mit sehr heißem Wasser (über 60°C)
  • Gegenstände die nicht gewaschen werden können, lassen sich gut mit einem Dampfreiniger säubern
  • Gegenstände nach Reinigung gut abtrocknen (Zysten sterben in Trockenheit innerhalb
  • von 24 Std. ab)
  • Langes Fell im Analbereich scheren um Kotanhaftung möglichst zu vermeiden
  • Lassen Sie ihren Hund nicht aus Pfützen oder ähnlichem trinken
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Ernährung bei Giardien

Als Standardwissen kann man in der Fachliteratur nachlesen: ” (… ) fördert eine kohlenhydratreiche Ernährung die Erkrankung”. “Veterinärmedizinische Parasitologie”

Leider erleben wir immer wieder das einige Tierärzte ihre Chance wittern und dem verunsicherten Hundehalter ein “Spezialfutter” verordnen. Oft mit dem Hinweis, dass dieses mindestens für ein Jahr gegeben werden sollte. Der Darm müsse sich schließlich erholen. In der Regel sind es teure Trockenfutter, die empfohlen werden. Und, natürlich meist die Marken, die der Tierarzt praktischerweise selbst vertreibt. Angesichts dessen, dass diese Futter als Hauptzutaten Kohlenhydrate in Form von Mais, Reis und Getreide u.ä. enthalten und kaum bis kein Fleisch, fragt man sich doch, warum diese Tierärzte ihr erlerntes Standardwissen nicht umsetzen.  

Beispiele “Spezialfutter” vom Tierarzt

 

Giardien beim Hund
  • Zutaten: Maisstärke, Federmehl hydrolysiert (mit geringem Molekulargewicht, Quelle für L-Aminosäuren und Oligopeptide), Kokosöl, Sojaöl, Mineralstoffe, Lignozellulose, Zichorienfaser getrocknet, Fructo-Oligosaccharide, Fischöl, mit Zitronensäure veresterte Mono- und Diglyceride von Fettsäuren, Tierfett, Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein).
Giardien beim Hund
  • Zutaten: Mit Huhn, Reis, Maisstärke, Weizen, Maisklebermehl, Hühner- (18%) und Truthahnmehl, Proteinhydrolysat, Leinsamen, Rübentrockenschnitzel, Mineralstoffe, Gerste,Tierische Fette, Ingwerwurzelpulver, Soyabohnenöl, Vitamine, L-Carnitin,Spurenelemente, Taurin und Beta-Carotin. Mit natürlichem Antioxidans (gemischte Tocopherole).

Es möge sich bitte Jeder selbst fragen, ob ein Hund das “gute” Spezialfutter mit viel Getreide einem natürlichen Futter mit viel Fleisch vorziehen würde. Wir persönlich kennen keinen Hund der freiwillig Getreide oder Mais frisst wenn er stattdessen seine naturgemäße Nahrung bekommen könnte. Der Hund ist ein Fleischfresser und sein gesamtes Verdauungssystem bzw. sein Stoffwechsel ist auf den Hauptnahrungsbestandteil “Fleisch” ausgelegt.   Unsere Empfehlung lautet daher: Packen sie das Übel an der Wurzel! Ernähren Sie Ihren Hund wie es die Natur vorsieht und verschaffen sie ihm damit ein stabiles Immunsystem und gute Gesundheit. Stellen Sie Ihren Hund auf möglichst naturbelassenen Ernährung um. Dabei ist es völlig unerheblich ob Sie auf sehr gutes Dosenfutter, Selberkochen oder Barfen umsteigen. Die Nahrung Ihres Hundes sollte überwiegend Fleisch enthalten ergänzt durch wenige komplexe Kohlenhydrate wie z.B. Gemüse, Kartoffeln, Kräutern.  

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Fazit

  • Bewahren Sie Ruhe, es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen, ein gesunder Darm wird mit Giardien fertig
  • Schonkost und Moro’sche Möhrensuppe sind bei akuten Beschwerden das Mittel der Wahl
  • Sollte ihr Hund Symptome zeigen, die auf einen Giardienbefall hindeuten, lassen sie den Kot ihres Hundes untersuchen (Tierarzt oder vetevo)
  • Testen Sie auch weitere Hunde/Katzen im Haushalt, Ansteckungsgefahr
  • Entscheiden sie sich für eine Therapie z.B. Panacur® (Rezeptpflichtig) oder Gambamix® (Apothekenpflichtig)
  • Stellen Sie die Ernährung Ihres Hundes auf artgerecht und gesund um
  • Stärken Sie den Darm und das Immunsystem Ihres Hundes durch Kräutermischungen und Darm-Aufbaukuren

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