Zwingerhusten. Hohe Ansteckungsgefahr!

Der Zwingerhusten, canine infektiöse Tracheobronchitis oder “Hundegrippe” ist eine weltweit verbreitete Erkrankung der Hunde. Betroffen sind vor allem Tiere, deren Immunsystem durch andere Erkrankungen oder Stress nicht ausreichend funktioniert.

Wodurch wird Zwingerhusten verursacht?

Die Entzündung der Luftröhre und der Bronchien wird durch verschiedene Erreger verursacht. Im Anfangsstadium der Erkrankung sind vor allem Viren, canines Parainfluenz Virus Typ 2, canines Herpesvirus, canines Adenovirus Typ 2 und Reovirus, für die Entzündung der Schleimhaut der Atemwege verantwortlich. Im weiteren Verlauf siedeln sich Bakterien, Bordella bronchiseptica, Streptokokken und Mycoplasmen, in den bereits geschädigten oberen Atemwegen an.

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Wie erfolgt die Ansteckung?

Die Viren und Bakterien werden durch Tröpfcheninfektionen über die Luft übertragen. Eine Ansteckung ist durch Hustensekret und Beschnuppern kranker Hunde möglich. Vor allem in großen Hundegruppen breiten sich die Erreger schnell aus.

38 % der Hunde infizieren sich in Tierpensionen,

33 % beim Kontakt mit anderen Hunden in Auslaufzonen oder auf Spaziergängen.

Bei 5 % der Hunde treten die Erreger nach dem Besuch einer Hundeschule auf.

Bei 2 % nach dem Besuch einer Tierarztpraxis und bei einem Prozent nach Ausstellungen.

Bei ungefähr 20 % der Hunde kann der Ansteckungsweg nicht eindeutig geklärt werden.

Gefährdet sind vor allem Welpen und Hunde mit einem geschwächten Immunsystem. Mangelnde Hygiene, minderwertiges Futter, Infektionen mit Würmern und Stress durch Zahnwechsel begünstigen den Ausbruch von Zwingerhusten. Die Erreger können auch durch Katzen übertragen werden. Ebenso scheiden Hunde, die keine Krankheitssymptome aufweisen, die Viren und Bakterien, die Zwingerhusten verursachen, aus und stecken andere Tiere an.

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Welche Symptome treten bei Zwingerhusten auf?

Sobald die Viren sich in den Schleimhautzellen von Nasen- und Rachenraum vermehrt haben, beginnen die Hunde zu husten. Der nach einer Woche auftretende trockene Husten ist laut und bellend. Er tritt anfallsartig auf und kann durch Druck auf die Luftröhre und den Kehlkopf leicht ausgelöst werden. Im inneren Augenwinkel und an den Nasenöffnungen ist ein klares Sekret erkennbar. Sobald im weiteren Verlauf eine zusätzliche Infektion durch Bakterien erfolgt, wird der Ausfluss gelblich und eitrig. Die Mandeln sind geschwollen, gerötet und mit Schleim bedeckt. Die Krankheitserreger breiten sich immer mehr Richtung Lunge aus. Erfolgt keine Behandlung kann eine fieberhafte Entzündung der Lunge entstehen. Die Hunde atmen schwer, die Schleimhäute sind aufgrund der schlechten Sauerstoffversorgung bläulich verfärbt.

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Wie verläuft der Zwingerhusten?

Die ersten Symptome treten nach etwa einer Woche auf. Bei leichten Verlaufsformen klingen diese nach sieben bis vierzehn Tagen wieder ab. Ist bereits eine eitrige Infektion der Schleimhäute oder eine Lungenentzündung aufgetreten, benötigen die betroffenen Hunde mehrere Wochen, um vollständig zu genesen. Bei sehr jungen Tieren oder schweren Verlaufsformen ist ein tödlicher Verlauf durch eine massive Schädigung der Lunge möglich.

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Wie wird die Diagnose Zwingerhusten gestellt?

Anhand der Vorgeschichte und der Symptome wird durch den Tierarzt eine Verdachtsdiagnose gestellt. Durch einen Abstrich der Nasen- oder Rachenschleimhaut können die Bakterien, die die Sekundärinfektion verursachen, nachgewiesen werden. Mit einem Antibiogramm wird die Empfindlichkeit der Keime auf bestimmte Antibiotika getestet.

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Wie erfolgt die Behandlung von Zwingerhusten?

Da die Viren nicht direkt durch eine Behandlung abgetötet werden können, zielt die Therapie vor allem auf eine Linderung der Symptome ab. Die erkrankten Hunde benötigen Schonung. Jeder zusätzliche Stress sollte vermieden werden. Um das Immunsystem zu stärken, ist es wichtig, dass der Hund hochwertiges, vitaminreiches Futter erhält. Sind bereits Bakterien an dem Krankheitsgeschehen beteiligt, werden dem Hund zusätzlich Antibiotika verabreicht. Um die bei Zwingerhusten auftretenden Hustenanfälle zu mildern, kann ein pflanzlicher Hustensaft angewendet werden. Bei häufigen, schmerzhaften Hustenanfällen ist ein codeinhaltiger Hustenblocker notwendig.
Häufiges Lüften und ein gutes Raumklima begünstigen die Heilung. Zu warme oder zu kalte Luft sollte während der Behandlung vermieden werden, um die Schleimhäute nicht zu reizen.

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Behandlung mit Homöopathie

Zwingerhusten Heilmittel

Der Heilungsverlauf kann durch eine homöopathische Behandlung unterstützt werden. Durch Echinacea D6 Globuli und Propolis wird die Abwehrkraft der Schleimhäute des oberen Atmungstraktes unterstützt. Ist das Sekret dickflüssig, wird zur Lösung Antimonium arsenicosum D6 eingesetzt.

Akupunktur lindert die Entzündungserscheinungen im Bereich der Nase und der Augen. Fenchelsirup und -honig wirken schleimlösend und hustenstillend. Inhalationen mit Eukalyptus und Orangenschalen befreien die Atemwege und erleichtern die Atmung.

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Welche Maßnahmen sollte ein Hundehalter bei einer Infektion mit Zwingerhusten ergreifen?

Bereits bei den ersten Symptomen von Zwingerhusten sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Um die Ansteckungsgefahr für andere Hunde zu vermeiden, sollte der Kontakt zu Artgenossen möglichst eingeschränkt werden. Auslaufzonen und Hundeschulen dürfen nicht besucht werden. Hundehalter sollten bei Gassirunde ein Brustgeschirr statt eines Halsbandes verwenden, um eine Reizung der Luftröhre durch Druck oder Zug zu vermeiden. Wasser- und Futternäpfe müssen täglich desinfiziert werden.

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Vorbeugung durch eine Impfung gegen ZwingerhustenZwingerhusten Impfung

Um den Hund vor einer Ansteckung mit Zwingerhusten zu schützen, können Kombinationsimpfstoffe gegen das Parainfluenza- und Adenovirus verabreicht werden. Die Grundimmunisierung gegen Zwingerhusten erfolgt durch eine dreimalige Impfung. Danach wird diese entsprechend den Empfehlungen des Impfstoffherstellers im Rahmen der Hauptimpfung alle ein bis drei Jahre aufgefrischt.
Die Impfung wirkt nur gegen einen Teil der Erreger, die den Zwingerhusten verursachen. Geimpfte Hunde weisen bei einer Ansteckung allerdings kaum Symptome auf. Die Erkrankung verläuft mild.
Ist ein Hund aufgrund der Haltungsbedingungen besonders gefährdet, sollte zusätzlich ein Impfung gegen Bordetella bronchispetica durchgeführt werden. Der Impfstoff wird in die Nase des Hundes getropft und verursacht eine zelluläre Immunität der Schleimhaut. Die Krankheitserreger können sich nicht in der Schleimhaut der Nase und des Rachens festsetzen. Die Immunität bildet sich innerhalb von 72 Stunden aus. Der Impfschutz hält zwölf Monate an. Auch eine Impfung von Welpen mit dem Impfstoff  in die Nase geträufelt, ist ab der dritten Lebenswoche möglich.

Weitere Informationen zum Thema Impfen finden sie hier

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