Zuletzt aktualisiert am 24. September 2026
Dein Hund schüttelt ständig den Kopf, kratzt sich an den Ohren oder die Ohren riechen unangenehm? Dann kann eine Ohrenentzündung beim Hund, medizinisch Otitis externa, dahinterstecken.
Wichtig ist: Eine Ohrenentzündung ist nicht automatisch eine einfache Infektion. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen – zum Beispiel Hefen, Bakterien, Ohrmilben, Allergien, Feuchtigkeit, Fremdkörper oder anatomische Besonderheiten.
Genau deshalb kommen manche Ohrprobleme immer wieder, wenn nur die akute Entzündung behandelt wird, aber die eigentliche Ursache bestehen bleibt.
Inhaltsverzeichnis
Mögliche Anzeichen sind:
- häufiges Kopfschütteln
- Kratzen an den Ohren
- unangenehmer Geruch
- Rötung
- Schwellung
- Schmerzen
- vermehrtes Ohrsekret
- braune, gelbliche oder eitrige Beläge
- Berührungsempfindlichkeit
- Reiben des Kopfes am Boden oder an Möbeln

Ein oder beide Ohren können betroffen sein.
Bei länger bestehenden Entzündungen kann sich der Gehörgang verdicken und verengen. Dann wird die Behandlung deutlich schwieriger.
Warum entstehen Ohrenentzündungen?
Hier lohnt sich ein genauer Blick, denn es gibt primäre Ursachen, sekundäre Infektionen und begünstigende Faktoren.
Primäre Ursachen
Zu den möglichen eigentlichen Auslösern gehören unter anderem:
- Allergien und Futtermittelreaktionen
- Ohrmilben
- Fremdkörper
- bestimmte Hauterkrankungen
- hormonelle Erkrankungen
- seltener andere Erkrankungen
Diese Faktoren können ein zuvor gesundes Ohr so verändern, dass sich anschließend Hefen oder Bakterien leichter vermehren. Merck Veterinary Manual
Sekundäre Infektionen
Sind Haut und Milieu im Ohr bereits gestört, können sich unter anderem vermehren:
- Malassezia-Hefen
- verschiedene Bakterien
Hefen und bestimmte Bakterien können auch in kleinen Mengen in gesunden Hundeohren vorkommen. Problematisch werden sie, wenn sich das Milieu verändert und sie sich stark vermehren. Merck Veterinary Manual
Das ist wichtig, denn:
Nicht jede Hefe im Ohr ist automatisch die eigentliche Ursache der Erkrankung.
Oft ist sie vielmehr eine Folge eines zugrunde liegenden Problems.
Welche Rolle spielen Allergien und Futter?
Hier würde ich ganz bewusst genauer hinschauen.
Allergische Hauterkrankungen gehören zu den häufigen primären Ursachen wiederkehrender Ohrenentzündungen beim Hund. Dazu können sowohl Umweltallergien als auch Futtermittelallergien beziehungsweise unerwünschte Futtermittelreaktionen gehören. Merck Veterinary Manual
Bei manchen Hunden sind wiederkehrende Ohrenprobleme sogar eines der auffälligsten Symptome.
Das bedeutet aber nicht:
„Ohrentzündung = Futterallergie.“
Wenn ein Hund zusätzlich unter Juckreiz, Pfotenlecken, Hautproblemen oder immer wiederkehrenden Hefen und Bakterien leidet, kann es sinnvoll sein, eine allergische Ursache mit in Betracht zu ziehen.
Eine echte Futtermittelallergie lässt sich allerdings nicht zuverlässig anhand eines Bluttests diagnostizieren. Der Goldstandard ist eine konsequent durchgeführte Eliminationsdiät mit anschließender Provokation.
Du hast Fragen dazu, wie man eine solche Eliminationsdiät durchführt? Ich helfe dir sehr gerne – vereinbare jetzt einen kostenlosen Beratungstermin.
Was sind Ohrmilben?
Ohrmilben beim Hund werden meist durch Otodectes cynotis verursacht.
Diese kleinen Parasiten leben bevorzugt im äußeren Gehörgang und können starken Juckreiz und Entzündungen verursachen. Typisch sind:
- heftiges Kopfschütteln
- starkes Kratzen
- dunkles, teilweise kaffeesatzartiges Ohrsekret
- Rötung und Entzündung
Ohrmilben sind ansteckend und können zwischen Tieren übertragen werden. Kontakt-Tiere sollten deshalb häufig mitbehandelt werden. Merck Veterinary Manual
Nicht jedes dunkle Ohrsekret bedeutet automatisch Ohrmilben.
Wie werden Ohrmilben festgestellt?
Sicher feststellen lassen sich Ohrmilben durch Untersuchung des Ohrsekrets unter dem Mikroskop beziehungsweise durch eine entsprechende Untersuchung beim Tierarzt. Merck Veterinary Manual
Ein Blick ins Ohr allein reicht nicht immer aus.
Hefepilze im Hundeohr – Malassezia
Malassezia-Hefen gehören zu den häufigsten Begleitern einer Otitis externa.
Sie können starken Juckreiz, Rötung und einen auffälligen, teilweise süßlich-ranzigen Geruch verursachen.
Typisch sind außerdem braune, schmierige Beläge.
Wichtig ist aber:
Malassezien sind häufig nicht das Grundproblem, sondern ein Zeichen dafür, dass das Milieu im Ohr aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Deshalb sollte bei wiederkehrenden Hefen immer gefragt werden:
Warum vermehren sie sich ständig?
Mögliche Gründe sind beispielsweise:
- Allergien
- Feuchtigkeit
- anatomische Verhältnisse
- chronische Entzündungen
- falsche oder zu häufige Reinigung
- andere Hauterkrankungen Merck Veterinary Manual
Bakterien im Hundeohr
Auch bakterielle Ohrenentzündungen sind häufig.
Welche Bakterien beteiligt sind, lässt sich über eine Ohrzytologie feststellen.
Gerade bei schweren, eitrigen oder wiederkehrenden Infektionen kann zusätzlich eine Kultur mit Resistenztest notwendig werden.
Besonders problematisch können zum Beispiel Pseudomonas-Bakterien sein, da sie Resistenzen entwickeln und sehr hartnäckige Entzündungen verursachen können. Merck Veterinary Manual
Wie wird eine Ohrenentzündung diagnostiziert?
Eine gute Ohrdiagnostik besteht nicht nur daraus, einmal kurz ins Ohr zu schauen.
Sinnvoll sind je nach Situation:
- Untersuchung des Ohres
- Otoskopie
- Ohrabstrich beziehungsweise Zytologie
- Untersuchung auf Milben
- bei schweren oder chronischen Fällen gegebenenfalls Bakterienkultur
- bei wiederkehrenden Problemen Suche nach der zugrunde liegenden Ursache
Die Zytologie ist besonders wichtig, weil man dadurch erkennen kann, ob Hefen, Kokken oder stäbchenförmige Bakterien beteiligt sind. Merck Veterinary Manual
Wann steckt mehr dahinter?
Wenn eine Ohrenentzündung immer wiederkommt, sollte man nicht nur das Ohr behandeln.
Mögliche Ursachen oder Begleiter können sein:
- Futtermittelallergie
- Umweltallergie
- Hauterkrankungen
- Fremdkörper
- sehr enge Gehörgänge
- stark behaarte Ohren
- häufiges Schwimmen
- chronische Feuchtigkeit
- hormonelle Erkrankungen
- Mittelohrentzündung
Gerade wiederkehrende Entzündungen können ein Hinweis darauf sein, dass die eigentliche Ursache bisher nicht gefunden wurde.
Viel Fell im Ohr – was ist bei Lagotto & Co. sinnvoll?
Gerade Hunde wie der Lagotto Romagnolo haben oft sehr viel Haar im und am Gehörgang – teilweise zusätzlich einen eher engen Gehörgang.
Hier kann es sinnvoll sein, überschüssiges, blockierendes Haar aus dem Gehörgang vorsichtig zu entfernen, damit Luft besser zirkulieren kann und sich weniger Feuchtigkeit und Sekret stauen.
Wichtig ist dabei aber die Technik:
- nicht das gesamte Ohr „leerzupfen“
- nur Haare entfernen, die du mit den Fingern gut erreichen kannst
- keine Instrumente ins Ohr einführen – Verletzungsgefahr
- lieber wenige Haare auf einmal als eine große Menge in einer Sitzung
- nicht ruckartig zupfen, sondern vorsichtig herausziehen
- spezielles Ohrpuder kann helfen, die Haare griffiger zu machen
Bei stark behaarten Ohren hat es sich im Alltag oft bewährt, regelmäßig täglich nur 2–4 Haare nebenbei zu entfernen, zum Beispiel entspannt beim Kuscheln.
Das ist für viele Hunde angenehmer als eine große „Ohraktion“ auf einmal.
Bei Schmerzen, starkem Geruch, Ausfluss oder wiederkehrenden Entzündungen sollte vor weiterer Pflegeroutine zuerst tierärztlich abgeklärt werden, was im Ohr tatsächlich los ist.
Schwimmen und nasse Ohren
Feuchtigkeit im Gehörgang kann das Milieu verändern und das Wachstum von Hefen oder Bakterien begünstigen.
Besonders bei Hunden, die häufig schwimmen, können wiederkehrende Ohrprobleme deshalb häufiger auftreten.
Nach dem Schwimmen lohnt es sich, die Ohren äußerlich gut trocknen zu lassen und bei empfindlichen Hunden mit dem Tierarzt zu besprechen, ob eine passende vorbeugende Ohrpflege sinnvoll ist.
Wie oft sollte man Hundeohren reinigen?
Nicht jedes Hundeohr muss regelmäßig gereinigt werden.
Ein gesundes Ohr besitzt einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus.
Zu häufiges oder aggressives Reinigen kann die Haut im Gehörgang reizen und das natürliche Milieu verändern. Tatsächlich wird Überreinigung selbst als möglicher sekundärer Faktor bei Otitis beschrieben.
Deshalb gilt:
So viel wie nötig – so wenig wie möglich.
Bei einem Hund mit chronischen Ohrproblemen kann dagegen eine individuell abgestimmte Ohrpflege sehr sinnvoll sein.
Wattestäbchen im Hundeohr?
Bitte nicht in den Gehörgang hinein – Never ever
Damit kann Sekret tiefer ins Ohr geschoben oder die empfindliche Haut verletzt werden. Und im schlimmsten Fall wird das Trommelfell verletzt.
Wenn eine Ohrreinigung notwendig ist, sollte sie mit einem passenden Ohrreiniger und entsprechend der fachkundigen Anleitung erfolgen.
Essig, Öl oder andere Hausmittel ins Ohr?
Davon würde ich ohne vorherige Untersuchung abraten.
Solange nicht klar ist:
- wie stark das Ohr entzündet ist
- ob das Trommelfell intakt ist
- welche Keime beteiligt sind
- ob möglicherweise ein Fremdkörper vorhanden ist
sollte man nicht einfach verschiedene Flüssigkeiten ins Ohr geben.
Ein Mittel, das bei einem oberflächlich gereizten Ohr vielleicht gut vertragen wird, kann bei einem geschädigten Trommelfell problematisch sein.
Kann Ernährung bei Ohrenentzündungen helfen?
Ja – wenn die Ernährung tatsächlich Teil der Ursache ist.
Bei einer Futtermittelallergie oder Futtermittelreaktion kann die konsequente Anpassung der Ernährung entscheidend sein.
Aber einfach von einem Futter zum nächsten zu wechseln und zu hoffen, dass die Ohren besser werden, führt oft nicht weiter.
Wenn ein Futter als mögliche Ursache getestet werden soll, braucht es eine sauber geplante Ausschlussdiät.
Das bedeutet:
- definierte Proteinquelle
- passende Kohlenhydratquelle oder hydrolysierte Diät
- keine ungeplanten Leckerli
- keine Kauartikel nebenher
- ausreichend lange Durchführung
- anschließend kontrollierte Provokation
Nur so lässt sich beurteilen, ob das Futter tatsächlich eine Rolle spielt. Merck Veterinary Manual
Welche Rolle spielt der Darm?
Haut, Immunsystem, Ernährung und Darm stehen eng miteinander in Verbindung.
Trotzdem wäre es zu einfach zu sagen:
„Ohrenentzündung kommt vom Darm.“
Bei einem Hund mit wiederkehrenden Ohrenproblemen kann es sinnvoll sein, die gesamte Situation zu betrachten:
- Fütterung
- Verdauung
- Haut
- Juckreiz
- Allergien
- Medikamente
- bisherige Ohrbehandlungen
Gerade wenn gleichzeitig Verdauungsprobleme, weicher Kot oder andere Hautsymptome bestehen, kann dieser Gesamtblick sinnvoll sein.
Naturheilkundliche Unterstützung
Naturheilkundliche Ansätze können bei einzelnen Hunden ergänzend eingesetzt werden.
Je nach Ursache und Situation kommen beispielsweise unterstützende Maßnahmen rund um:
- Ernährung
- Hautbarriere
- Darmgesundheit
- individuelle homöopathische Begleitung
- ausgewählte pflanzliche Maßnahmen
infrage.
Wichtig bleibt aber: Eine schmerzhafte, stark entzündete oder eitrige Ohrenentzündung gehört untersucht.
Naturheilkundliche Maßnahmen sollten eine notwendige Diagnostik und gezielte Behandlung nicht verzögern.
Otitis im rechten Ohr
Treten Ohrenentzündungen vor allem im Bereich des rechten Ohres auf, ist häufig der Darm durch Fütterungsfehler nicht in Ordnung! Ebenso kann auch eine Verwurmung vorliegen. Auch kommen vermehrte Durchfälle beim Hund vor.
In diesem Falle kannst du 3 x täglich 10 Tropfen Nux Vomica Homaccord geben und dick Traumeel-Salbe in das befallene Ohr schmieren.

Otitis im linken Ohr
Bei einseitiger Otitis, vor allem im linken Ohr, liegt häufig eine hormonelle Störung vor.
In diesen Fällen solltest du beobachten, ob bei deiner Hündin die Läufigkeit ungestört abgelaufen ist und die Hündin nicht eventuell scheinträchtig ist. Beim Rüden ist zu beobachten, ob Auffälligkeiten an den Hoden oder der Prostata bemerkt werden.
Durch Schüsslersalze, Calcium carbonicum oder Kalium bromatun, wird die Entzündung gelindert. Die Tabletten oder Globuli können direkt mit dem Futter verabreicht werden.
Aconitum D4 kann bei leichten Infektionen der Ohren eingesetzt werden. Ist die Schleimhaut des äußeren Gehörgangs bereits stark angeschwollen, verringert Beladonna D4 die Ödembildung. Bei chronischen Entzündungen wird Aethiops antimonalis oder acidum nitricum verabreicht.
Zusätzlich ist eine Sanierung der Darmkeime mit Heilerde mikrofein und Heilmoor erforderlich. Die Sanierung des Hundedarms gelingt mit geeigneten Präparaten, die die Vermehrung der physiologischen Darmkeime wie Bifidobakterien und Lactobazillen fördern und schädliche Bakterien binden. Ein sehr gut wirksames Präparat ist das ANIfit Power-Darm.
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Wann sollte dein Hund zum Tierarzt?
Bitte nicht lange selbst herumprobieren bei:
- starken Schmerzen
- eitrigem Sekret
- Blutungen
- sehr starkem Geruch
- deutlicher Schwellung
- Gleichgewichtsstörungen
- schief gehaltenem Kopf
- plötzlicher Hörminderung
- Fieber oder starkem Krankheitsgefühl
- wiederkehrenden Ohrenentzündungen
Besonders Schiefhaltung des Kopfes oder Gleichgewichtsstörungen können darauf hinweisen, dass Mittel- oder Innenohr betroffen sind.
BEDENKE! Die Behandlung mit Antibiotika und Cortison sollte wirklich erst zur Anwendung kommen wenn andere Mittel nicht greifen. Also, die allerletzte Möglichkeit sein. Diese Mittel bringen zwar eine vorübergehend Beruhigung, doch sind Ohrenentzündungen auch als Ventil des Körpers zu sehen, um schädliche Stoffe aus dem Organismus zu leiten.
Durch vorschnelles Behandeln mit Cortison und Antibiotika, sucht sich der Körper dann häufig einen anderen Ausweg, z.B. Ekzeme. Mit natürlichen Methoden/Mitteln und Ernährungsumstellung hast du am ehesten die Möglichkeit nachhaltig die Heilung dieser Stoffwechselstörung zu erreichen.
Unser Fazit
Ohrenentzündung ist nicht gleich Ohrenentzündung.
Hinter den Beschwerden können stecken:
- Ohrmilben
- Hefen
- Bakterien
- Allergien
- Fremdkörper
- anatomische Faktoren
- Feuchtigkeit
- chronische Hauterkrankungen
Besonders bei wiederkehrenden Entzündungen reicht es deshalb nicht, immer nur die nächste Ohrentropfen-Flasche zu verwenden.
Die wichtigste Frage lautet:
Warum entzündet sich dieses Ohr immer wieder?
Genau dort beginnt eine langfristig sinnvolle Strategie.
Ernährung bei wiederkehrenden Ohrproblemen
Wenn dein Hund immer wieder Probleme mit Ohren, Haut oder Verdauung hat, können wir gemeinsam auf seine Fütterung und bisherige Entwicklung schauen.
Dabei berücksichtigen wir unter anderem:
- aktuelle Ernährung
- Proteinquellen
- Leckerli und Kauartikel
- Verdauung
- Haut und Fell
- bestehende Diagnosen
- bisherige Ohrbehandlungen
- mögliche Allergiehinweise
Im ersten kostenfreien Gespräch lernen wir uns kennen, klären deine Wünsche und Anliegen und schauen gemeinsam auf die aktuelle Fütterung sowie auf mögliche Besonderheiten deines Hundes.
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