Ohrenentzündung und Ohrmilben beim Hund

Die Ohren gehören nach der Nase zu den wichtigsten Sinnesorganen des Hundes. Sie dienen der Kommunikation mit Artgenossen und der Aufnahme und Lokalisation von Geräuschen. Hört ein Hund schlecht, kann das auch durch Ohrenentzündungen oder einem Befall mit Ohrmilben verursacht sein.

Wie ist ein Hundeohr aufgebaut?

Das Ohr des Hundes besteht aus dem äußeren Teil, dem Mittelohr und dem Innenohr. Zu dem äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang. Das Mittelohr ist durch das Trommelfell nach außen abgegrenzt. Hier werden Schallwellen in Schwingungen umgewandelt, verstärkt und an die drei Gehörknöchelchen weitergeleitet. Im mit Flüssigkeit gefüllten Innenohr befindet sich die Schnecke und das Gleichgewichtsorgan. Die Schwingungen werden von der Schnecke über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet und dort im Hörzentrum verarbeitet.

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Ohrenentzündungen

Entzündungen des äußeren Ohrs gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Hundes. Sie werden durch vielfältige Ursachen ausgelöst. Die oft harmlose Entzündung sollte immer rasch von einem Tierarzt behandelt werden, damit sich die Entzündung nicht auf das Mittelohr und das Innenohr ausbreitet und eine irreversible Schädigung des Gehörsinnes die Folge ist.

Wodurch werden Ohrenentzündungen verursacht?Ohrenentzündung

  • Parasiten: Ohrmilben, Zecken
  • Hefepilze: Malassezia pachydermis
  • Bakterien
  • Allergien
  • Fremdkörper
  • Tumore
  • zu enger äußerer Gehörgang
  • genetisch bedingte zu hohe Ohrschmalzproduktion
  • die Darmflora ist aus dem Gleichgewicht geraten

Infektionen mit Bakterien treten vor allem nach Verletzungen der Schleimhaut des äußeren Gehörgangs durch Bisse oder Fremdkörper auf. Die Abwehrfunktion der Schleimhaut ist geschwächt. Krankmachende Bakterien, wie Streptokokken, Staphylokokken und Pseudomonaden siedeln sich an und vermehren sich.
Futtermittelallergien und Belastungen der Leber durch Giftstoffe verringern die Widerstandsfähigkeit der Schleimhaut im äußeren Gehörgang. Ist das Mikrobiom (Darmflora) nicht mehr im Gleichgewicht, treten neben Durchfällen und Verstopfungen auch häufig Ohrenentzündungen auf.
Ohrmilben, Otodectes cynotis, verursachen ungefähr 10 % der Ohrenentzündungen. Die Parasiten werden durch Kontakt mit anderen Hunden übertragen. Sie wandern in den äußeren Gehörgang und ernähren sich von Gewebeflüssigkeit und Talg. Ohrmilben parasitieren auch auf der Haut von Hals und Brust.
Einige Hunderassen, wie Cocker Spaniel, bilden große Mengen an Ohrenschmalz. Der äußere Gehörgang ist eng. Durch die anliegenden Hängeohren wird er nicht genügend durchlüftet. Bakterien können sich schneller vermehren.
Befinden sich im äußeren Gehörgang Polypen oder Tumoren, entsteht starker Juckreiz. Der Hund kratzt sich. In den Verletzungen siedeln sich Bakterien an.

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Welche Symptome treten bei Ohrenentzündungen und Ohrmilben auf?

1. Entzündung des äußeren Ohres

Die Schleimhaut des äußeren Gehörganges ist gerötet und durch Einlagerung von Flüssigkeit geschwollen. Sind Bakterien an den Ohrenentzündungen beteiligt, ist ein blutiges und eitriges Sekret sichtbar. Aus dem Ohr des Hundes strömt ein unangenehmer, fauliger Geruch. Die Ohren schmerzen, der Hund schüttelt immer wieder den Kopf, kratzt an den Ohren und weicht Berührungen aus.
Haben sich im Gehörgang Ohrmilben angesiedelt, sind direkt auf der Schleimhaut graue Bläschen sichtbar. Der Gehörgang ist mit braunen, bröckligen Massen verstopft. Ohrmilben verursachen starken Juckreiz, der Hund schüttelt ständig den Kopf. Platzen durch das Schütten kleine Blutgefäße in der Ohrmuschel, entsteht ein Othämatom (Blutohr). Das Ohr ist verdickt, gerötet und schmerzhaft. Wird das geronnen Blut nicht durch einen chirurgischen Eingriff entfernt, verkrüppelt das Ohr. Ein “Blumenkohlohr” entsteht.
Auch bei einer Infektion mit Hefepilzen sind im Gehörgang trockene, braune Massen erkennbar.

2. Entzündungen des Innenohrs

Werden Ohrenentzündungen nicht behandelt, kann sich die Entzündung auf das Innenohr ausbreiten. Der Hund hört schlecht und kann Geräuschquellen nicht mehr lokalisieren. Deshalb reagiert er auf jedes laute Geräusch ängstlich. Zusätzlich treten Störungen des Gleichgewichts auf. Der Gang ist schwankend und stolpernd. Versucht der Hund, sein Hinterbein für den Absatz von Harn zu heben, fällt er um. Ist von der Entzündung des Innenohrs nur eine Seite betroffen, führt der Hund immer wieder Kreisbewegungen (Manegebewegungen) in immer dieselbe Richtung aus. Der Kopf wird schief gehalten. Sobald auch die Kopfnerven von der Entzündung betroffen sind, tritt zusätzlich ein Nystagmus (schnelle Augenbewegungen) auf.

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Wie erfolgt die Ansteckung?

Ohrmilben werden durch direkten Kontakt übertragen. Fallen beim Bürsten Krusten aus den Ohren, können die Parasiten auch mit der Bürste übertragen werden. Eine Ansteckung mit Ohrmilben ist auch über verunreinigte Liegeflächen möglich.
Bakterielle Infektionen können während eines Bisses durch im Mund enthaltende Keime übertragen werden. Im Sommer gelangen pathogene Krankheitserreger häufig während des Badens mit verschmutztem Wasser in den äußeren Gehörgang.

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Warum verursachen Erkrankungen des Darmtraktes eine Ohrenentzündung?

Das Mikorbiom, die Bakterienflora des Darmtraktes, ist nicht nur für die Verdauung zuständig. Die Keime erfüllen eine wichtige Funktion im Bereich des Immunsystems. Ist das Gleichgewicht der Bakterienflora gestört, vermehren sich vor allem Bakterien, die Erkrankungen auslösen. Die Darmschleimhaut entzündet sich, Durchfälle treten auf. Durch die entzündete Schleimhaut können größere Moleküle aus dem Nahrungsbrei in das Blutgefäßsystem gelangen. Das Immunsystem wird aktiviert. Kommt es häufig zu Fehlfunktionen des Abwehrsystems, richten sich die Immunzellen auch gegen Körperzellen. Ohrenentzündungen treten häufiger auf. Treten Ohrenentzündungen vor allem im Bereich des rechten Ohrs auf, liegt meistens auch eine starke Belastung der Leber vor.

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Wie werden Ohrenentzündungen und Ohrmilben diagnostiziert?

Der äußere Gehörgang wird von dem Tierarzt mit einem Otoskop untersucht. Ist die Untersuchung zu schmerzhaft, muss der Hund eventuell sediert werden. Durch einen Abstrich von der Schleimhaut des äußeren Gehörganges können Bakterien nachgewiesen werden. Gleichzeitig wird ein Antibiogramm angefertigt, damit das richtige Antibiotikum für die Behandlung ermittelt werden kann. Ohrmilben können aus den Krusten isoliert und mit einem Mikroskop nachgewiesen werden.

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Wie wird eine Ohrenentzündung und Ohrmilben beim Hund behandelt?

Der Tierarzt reinigt die Ohren mit eine, speziellen Ohrreiniger. Abhängig von der Ursache werden Ohrentropfen oder Salben in das Ohr eingebracht.

1. bakterielle Ohrenentzündung

Nach der Reinigung werden Ohrentropfen, die ein Antibiotikum enthalten, in das Ohr eingebracht. Die Behandlung wird durch den Hundehalter zuhause fortgesetzt. Ist bereits ein eitriges Sekret sichtbar, müssen eventuell Antibiotika in Form von Injektionen oder Tabletten verabreicht werden.

2. Ohrmilben

Ist das Trommelfell nicht beschädigt, werden nach der Reinigung die Ohren mit Otimectin oder einer Salbe einmal täglich behandelt. Für die Reinigung wird ein rückfettender Ohrreiniger, der in das Ohr getropft wird, eingesetzt. Die Krusten lösen sich und werden durch Massage des Gehörgangs nach außen befördert. Hundehalter sollten keine Wattestäbchen zur Reinigung der Ohren verwenden, da durch Abwehrbewegungen des Hundes Verletzungen des Trommelfells entstehen können.
Zusätzlich können zur Bekämpfung der Ohrmilben Spot-on Präparate zwischen die Schulterblätter aufgetragen werden. Diese töten erwachsene Milbenstadien ab. Die Wirkung hält ungefähr drei Wochen lang an. Dies ist nicht empfehlenswert,, da die Ursachen nicht behandelt werden und es nur zu einem kurzzeitiger Stillstand kommt.

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Können Ohrenentzündungen und Ohrmilben auch alternativ behandelt werden?

Parasiten können auch mit Kokosöl oder medizinische Honigsalbe, die Manukahonig enthält, behandelt werden. Durch Spülungen mit Lösungen, die kolloidales Silber enthalten, werden Bakterien und Pilze abgetötet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Keime auch auf die Anwendung von Silberlösungen mit Resistenzen (die Bakterien werden unempfindlich gegen die Behandlung) reagieren. Daher sollte die Anwendung immer nur nach Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.
Arnika-Salben werden auf die Ohrmuschel aufgetragen. Kratzer heilen schneller ab, der Juckreiz ist verringert.Ohrenentzündung und Ohrmilben
Durch Schüsslersalze, Calcium carbonicum oder Kalium bromatun, wird die Entzündung gelindert. Die Tabletten oder Globuli können direkt mit dem Futter verabreicht werden.
Aconitum D4 kann bei leichten Infektionen der Ohren eingesetzt werden. Ist die Schleimhaut des äußeren Gehörgangs bereits stark angeschwollen, verringert Beladonna D4 die Ödembildung. Bei chronischen Entzündungen wird Aethiops antimonalis oder acidum nitricum verabreicht.
Zusätzlich ist eine Sanierung der Darmkeime mit weißer oder grüner Heilerde und Heilmoor erforderlich. Das Wachstum gesunder Laktobazillen kann durch die Gabe von reifem Käse (Camembert, Roquefort oder Quargel) unterstützt werden. Der Einsatz von Kapseln, die Laktobazillen enthalten, bringt keinen dauerhaften Erfolg. Diese Keime siedeln sich nicht auf der Darmschleimhaut an. Sobald das Präparat abgesetzt wird, werden die Laktobazillen ausgeschieden.
Gesundes, tiergerechtes Futter stärkt das Immunsystem und verhindert die Entstehung von Entzündungen.

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